Esel, arm und verachtet in der Welt
Kurzmeinung: Tiere sollten grundsätzlich nicht dem Menschen dienen müssen.
Der Autor weckt Sympathie für diese oft gedemütigten und misshandelten Tiere.
Präliminarien:
Das vorgenannte Buch erscheint schon 2008, ist aber erst jetzt übersetzt. Der britische Autor ist zeitgenössisch, geboren 1960 und obwohl er – laut wiki – schon mit 16 Jahren von der Schule abging, erwarb er einen PhD in Geographie und lehrte später an der Uni von Southampton, dann sogar an der Clark University in Massachusetts. Möglicherweise weil er seinen Wohnsitz in New York genommen hatte und davon nicht abrücken wollte, bekam er keine Festanstellung. Ungefähr 2000 stieg er für eine Weile aus, widmete sich den einfachen Dingen des Lebens und wohnte in der Auvergne, wo er seine Eselsgeschichte schrieb. 2011 kehrte er in den Unibetrieb zurück. Warum?
Inhalt: Der Erzähler und Autor hat den Draht zu sich selber verloren. Eine Wanderung mit Esel soll ihn wieder erden, seinen Kopf frei machen und ihm dazu verhelfen, sein Leben zu überdenken.
Der Kommentar und das Leseerlebnis:
Die Reise mit dem schokoladenfarbenen Esel Gribouille durch einen Teil der Auvergne nimmt dem Leser mit in eine beschauliche Wanderung voller spiritueller Momente und Reflexionen. Viele grauenhafte Details darüber, wie die schönen Tiere in der Welt missbraucht, gefoltert und geschunden werden, muss man hören. Der Mensch ist im Umgang mit Tieren nie unschuldig gewesen, sondern brutal und übergriffig. Es nimmt mit von der Qual der sich nicht zur Wehr setzenden Tiere zu lesen. Trotzdem folge ich dem Autor/Erzähler nicht in seinem Statement, die Esel würden würdevoll leiden und sich mit jedem Schicksal abfinden. Das tun sie natürlich nicht, sie haben nur keine Wahl.
Der Autor schöpft viel aus erlesener im Sinne von gelesener Literatur, in der Esel vorkommen, sei es der Esel Dapple von Sancho Panso aus „Don Quichotte“ oder Robert Stevensons „Reise mit einem Esel durch die Cevennen“; es stellt sich heraus, dass Stevenson ein großer Tierquäler gewesen ist. Es ist unverständlich, warum der Autor trotzdem nur wertschätzend über Stevenson spricht. Ich bin froh, dass ich nie etwas von ihm gelesen habe. Sogar Bileams Esel wird verhandelt. Diese Einschübe finde ich ziemlich langweilig.
Der Autor/Erzähler wiederholt sich ziemlich oft, wenn er von den tiefgründigen Augen der Esel spricht oder vom Wert des Tagträumens. Insgesamt weckt er in seinen liebevollen Beschreibungen des Esels Gribouille jedoch beim Leser Sympathie, Liebe und Mitgefühl und Verständnis. Allerdings bleiben auch einige Fragen offen, zu kurz beschrieben und zum Teil zu abgehoben, sind die autobiographischen Splitter für mich.
Fazit: Der Roman hat mich insofern etwas enttäuscht, weil von der Wanderung wird nicht besonders viel erzählt wird, dagegen ist einiges „esoterische Zeug“ zu verdauen. Teilweise waren es trotzdem viele mir bis dato unbekannte wertvolle Informationen über Esel, die das Buch liebenswert machen und natürlich ist „Die Weisheit der Esel“ Literatur mit Entschleunigungscharakter. Und vor allem zeugt der Bericht von Tierliebe. Im Großen und Ganzen habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen.
Kategorie: Wanderliteratur
Verlag: Nymphenburger, 2026
Der Autor weckt Sympathie für diese oft gedemütigten und misshandelten Tiere.
Präliminarien:
Das vorgenannte Buch erscheint schon 2008, ist aber erst jetzt übersetzt. Der britische Autor ist zeitgenössisch, geboren 1960 und obwohl er – laut wiki – schon mit 16 Jahren von der Schule abging, erwarb er einen PhD in Geographie und lehrte später an der Uni von Southampton, dann sogar an der Clark University in Massachusetts. Möglicherweise weil er seinen Wohnsitz in New York genommen hatte und davon nicht abrücken wollte, bekam er keine Festanstellung. Ungefähr 2000 stieg er für eine Weile aus, widmete sich den einfachen Dingen des Lebens und wohnte in der Auvergne, wo er seine Eselsgeschichte schrieb. 2011 kehrte er in den Unibetrieb zurück. Warum?
Inhalt: Der Erzähler und Autor hat den Draht zu sich selber verloren. Eine Wanderung mit Esel soll ihn wieder erden, seinen Kopf frei machen und ihm dazu verhelfen, sein Leben zu überdenken.
Der Kommentar und das Leseerlebnis:
Die Reise mit dem schokoladenfarbenen Esel Gribouille durch einen Teil der Auvergne nimmt dem Leser mit in eine beschauliche Wanderung voller spiritueller Momente und Reflexionen. Viele grauenhafte Details darüber, wie die schönen Tiere in der Welt missbraucht, gefoltert und geschunden werden, muss man hören. Der Mensch ist im Umgang mit Tieren nie unschuldig gewesen, sondern brutal und übergriffig. Es nimmt mit von der Qual der sich nicht zur Wehr setzenden Tiere zu lesen. Trotzdem folge ich dem Autor/Erzähler nicht in seinem Statement, die Esel würden würdevoll leiden und sich mit jedem Schicksal abfinden. Das tun sie natürlich nicht, sie haben nur keine Wahl.
Der Autor schöpft viel aus erlesener im Sinne von gelesener Literatur, in der Esel vorkommen, sei es der Esel Dapple von Sancho Panso aus „Don Quichotte“ oder Robert Stevensons „Reise mit einem Esel durch die Cevennen“; es stellt sich heraus, dass Stevenson ein großer Tierquäler gewesen ist. Es ist unverständlich, warum der Autor trotzdem nur wertschätzend über Stevenson spricht. Ich bin froh, dass ich nie etwas von ihm gelesen habe. Sogar Bileams Esel wird verhandelt. Diese Einschübe finde ich ziemlich langweilig.
Der Autor/Erzähler wiederholt sich ziemlich oft, wenn er von den tiefgründigen Augen der Esel spricht oder vom Wert des Tagträumens. Insgesamt weckt er in seinen liebevollen Beschreibungen des Esels Gribouille jedoch beim Leser Sympathie, Liebe und Mitgefühl und Verständnis. Allerdings bleiben auch einige Fragen offen, zu kurz beschrieben und zum Teil zu abgehoben, sind die autobiographischen Splitter für mich.
Fazit: Der Roman hat mich insofern etwas enttäuscht, weil von der Wanderung wird nicht besonders viel erzählt wird, dagegen ist einiges „esoterische Zeug“ zu verdauen. Teilweise waren es trotzdem viele mir bis dato unbekannte wertvolle Informationen über Esel, die das Buch liebenswert machen und natürlich ist „Die Weisheit der Esel“ Literatur mit Entschleunigungscharakter. Und vor allem zeugt der Bericht von Tierliebe. Im Großen und Ganzen habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen.
Kategorie: Wanderliteratur
Verlag: Nymphenburger, 2026