Vielversprechendes Krimidebüt

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rflieder Avatar

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Der letzte Roman Anne Sterns - „Wenn die Tage länger werden“ - hat mich begeistert. Der Schreibstil gefiel mir ausgezeichnet, die Handlung fand ich interessant und spannend. Auch in ihren neuen Roman „Die weiße Nacht“, diesmal (erstmalig) ein Krimi, habe ich mich sehr schnell eingelesen. Die Fotografin Lou Faber findet in den Nachkriegsruinen Berlins zufällig eine Frauenleiche. Mit der Aufklärung der Todesursache, vermutlich Mord, und der Suche nach dem Täter (auch damals waren es meistens Männer) wird Kommissar König beauftragt. Seine Person gefällt mir. Er war kein Nazi, hatte unter der Nazidiktatur einige Jahre im Zuchthaus verbracht und dort ein Auge „verloren“. Auf genauere Angaben zu seiner Biographie bin ich gespannt. Interessant ist zudem, dass der Roman im sowjetisch besetzten Osten Berlins spielt, was die sowieso schon schwierigen Lebensbedingungen mit vermissten und toten Angehörigen, zerstörten Häusern, fehlenden Dingen des persönlichen Bedarfs wie Lebensmitteln, angemessener Kleidung, Kultur etc. zusätzlich erschwert. Auch auf den Anteil der Fotografin an den Ermittlungen bin ich gespannt, da der Krimi auf dem Cover als „erster Fall für Lou & König“ angekündigt wird.
Der Hinweis des Verlags, das Buch sei „für alle Gereon-Rath-Fans“, ist ein netter Reklametrick. Ich muss aber zugeben, dass er bei mir durchaus wirkt, da ich die Reihe von Volker Kutscher gern gelesen habe.