Das Leben im Nachkriegsberlin

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lesepixie Avatar

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Als Lou Faber - wie jeden Morgen - durch das zertörte Nachkriegsberlin streift und Fotos von den Ruinen macht, findet sie eine Frauenleiche, die sonderbar drapiert ist.
Kommissar Alfred König soll diesen Mord aufklären. Doch schon bald kommen weitere Morde dazu.
Nun begleiten wir Lou, König und einige andere durch das Nachkriegsberlin in einem besonders kalten Winter. Wir erfahren viel von den Lebensbedingungen jener Zeit, in der zwar der Krieg vorbei war, es aber an allem fehlte, die Menschen noch dieselben waren wie vorher (Nazischergen, Mitläufer, Widerständler) und Gedanken über die eigene Vergangenheit und die anderer unumgänglich waren. Die Reaktionen auf den Ausgang der Nürnberger Prozesse waren demnach auch sehr unterschiedlich. Die Stadt war unterteilt in Zonen, in denen verschiedene Siegermächte das Sagen hatten, was zum Beispiel stadtübergreifende Ermittlungen der dazu noch schlecht ausgestatteten Polizei erschwerte. Und dazwischen permanent die Schwierigkeiten bei der Beschaffung des Nötigsten. Dieses Leben wird sehr anschaulich und gut recherchiert dargestellt.
Schon bald ist König auf Lous Fotos und ihre Gedanken angewiesen, und sie hilft mit die Mordfälle aufzuklären.
Ein sehr symathisches "Ermittlerduo".
Leider fand ich das Buch nicht besonders abwechslungsreich gelesen. Die verschiedenen handelnden Personen unterschieden sich stimmlich nicht sehr stark voneinander. Die Monotonie mag zwar irgendwie zur Stimmung in der Stadt in diesem Nachkriegswinter passen, dennoch hätte ich mir hier etwas mehr Abwechslung gewünscht.