Die Fotografin und der Kommissar

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lesel93 Avatar

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Autorin Anne Stern platziert neue Protagonisten im historischen Berlin. Anders als in den Romanen um die Hebamme Hulda Gold ist der 2. Weltkrieg vorbei. Wir schreiben das Jahr 1946 kurz vor Weihnachten.
Fotografin Marielouise Faber (von allen Lou genannt) kämpft wie viele andere auch nach dem Krieg ums Überleben. Weihnachten naht, aber viele geliebte Mitmenschen sind nicht mehr unter ihnen, Lebensmittel und Heizmaterial sind rar. Bei einer morgendlichen Runde durch die verschneiten Straßen Berlins findet sie eine Leiche.
Mit den Ermittlungen betraut wird der kriegsversehrte Kommissar Alfred König.
Der Verfasserin des Buchs gelingt es gut zu vermitteln, dass jeder sein Päckchen aus dem Krieg zu tragen hat. Verwundungen, Verluste oder psychische Schrecken. Alle sind angehalten weiterzumachen, aber keiner weiß auf welcher Seite der Andere im Krieg stand bzw. wo er heute steht. Gerade im Polizeiwesen soll es Erneuerung geben, kein mit NS-Funktionär soll mehr mitmischen. Doch die Vergangenheit lässt sich nicht abwaschen, was schlußendlich auch zur Lösung des Falls führt. Interessant gemacht.
Um die beiden Protagonisten noch lieber zu gewinnen bedarf es unbedingt einer Fortsetzung, bei der sie hoffentlich mehr zusammenarbeiten dürfen. Ein ungeklärter Todesfall, lässt mich einen Stern abziehen.