Gelungener Auftakt einer neuen Reihe

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kristina_al Avatar

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„Weiße Nacht“ ist der Auftakt zu einer neuen Kriminalreihe der Autorin Anne Stern, die einigen vielleicht schon durch ihre erfolgreiche „Fräulein Gold - Reihe“ bekannt sein könnte.
Der historische Kriminalroman spielt im Hungerwinter 1946 in Deutschland, einer Zeit, die geprägt ist von Kälte und Mangel in allen Bereichen. Inmitten dieser düsteren Kulisse entdeckt die Fotografin Lou Faber im Schnee eine Frauenleiche. Die Ermittlungen übernimmt Kommissar Alfred König. Als weitere Leichen gefunden werden, spitzt sich die Lage zu und es sind Lou Fabers Fotografien vom Tatort, die entscheidend zu den Ermittlungen beitragen.

Besonders gut gefallen hat mir die beklemmende und düstere Atmosphäre des Romans. Anne Stern gelingt es eindrucksvoll, die schwierigen Lebensumstände dieses Winters darzustellen. Diese Stimmung zieht sich konsequent durch das gesamte Buch. Auch der Kriminalfall selbst ist interessant aufgebaut und gewinnt im Verlauf der Handlung zunehmend an Spannung.
Was mir jedoch ein wenig gefehlt hat, ist die tatsächliche Zusammenarbeit zwischen Lou Faber und Alfred König. Zwar wird das Buch als ihr „erster gemeinsamer Fall“ angekündigt, doch wirklich gemeinsam ermitteln die beiden noch kaum. Der Fokus liegt eher darauf, die beiden Hauptfiguren ausführlich vorzustellen, was für einen Auftaktband absolut sinnvoll ist. Dennoch hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr gemeinsame Ermittlungsarbeit gewünscht. Über die Hintergründe beider Figuren erfährt man bereits viel, dennoch bleiben einige Fragen offen. Genau das macht aber auch neugierig auf die kommenden Bände. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Lou Faber und Alfred König weiterentwickeln wird.