Grandioser Auftakt

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eliza2010 Avatar

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Anne Stern ist es einmal wieder gelungen, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Der Auftakt mit der Fotografin Lou Faber und Kriminalkommissar Alfred König ist der Autorin exzellent gelungen.

Hier wird die Nachkriegszeit, genauer gesagt der Hungerwinter 1946/47, greifbar und eindrucksvoll nachvollziehbar.

Lou findet eine Frauenleiche, aufgebahrt mit gefalteten Händen. Kommissar König leitet die Ermittlungen. Doch was will der Täter mit der besonderen Positionierung der Leiche sagen? König und seine Kollegen stehen schnell unter Druck, als eine zweite Leiche gefunden wird.

Was diesen Roman so besonders macht, ist zum einen die einnehmende Sprache und zum anderen die exzellente Recherche der Autorin. Sie beschreibt das Setting äußerst plastisch und lebensnah. Die Figuren wirken greifbar und menschlich, mit all ihren Stärken und Schwächen. Zudem gibt es einige Nebengeschichten, die den Kriminalroman zusätzlich bereichern. Man kann miträtseln und mitermitteln, was mir besonders viel Freude bereitet hat.

Die verschiedenen Perspektiven ermöglichen es uns Lesenden, die Figuren näher kennenzulernen und auch ihre Gedankenwelt besser zu verstehen. Hunger und Kälte ziehen sich wie ein roter Faden durch den Roman, der Schwarzmarkthandel floriert, und die mangelhafte Ausstattung der Polizei erschwert König die Ermittlungsarbeit.

Sehr intensiv ist die Erzählweise und die Art, wie die Autorin die Geschichte vorantreibt. Man mag das Buch kaum aus der Hand legen, so sehr zieht einen die Handlung in ihren Bann. Für mich ein überzeugender Auftakt, der auf weitere vielversprechende Fälle hoffen lässt.