Packender Krimi in der Berliner Nachkriegszeit

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
lilalesemaus Avatar

Von

Das Cover hatte schon meine Blicke auf sich gezogen, in edlem schwarz-weiß mit einem schwarz-weißen Foto durch ein Kamera-Objektiv.

Und das leitet gleich weiter zum Inhalt des Krimis, wie ich beim Lesen feststellte.

Lou Faber, eine Fotografin im eisigen Winter 1946 im zerstörten Berlin. Immer auf der Suche nach "dem" Foto, das ihr abgekauft wird, mit dem sie Geld verdienen kann, durch das wenigstens für kurze Zeit der immer vorhandene Hunger gestillt werden kann. Durch Zufall findet sie ein Motiv - eine tote Frau im Schnee, mit gefalteten Händen, aussehend wie Schneewittchen.

Durch diesen Fund trifft sie auf Alfred König, einen Kommissar bei der Berliner Polizei, studierter Jurist, ehemaliger Wehrmachtssoldat, mit den Gespenstern seiner Vergangenheit kämpfend.

Anlässlich des Mordfalls treffen sie mehrfach aufeinander, öffnen sich gegenseitig ein wenig. Zwei Charaktere, die beide Beulen haben, Narben, die aber nicht gebrochen sind.

Ich fand den Krimi sehr spannend! Der Spannungsbogen blieb durchgehend gehalten. Die Hauptcharaktere finde ich ansprechend und neugierig machend - wie geht es weiter mit ihnen? Was für Geheimnisse verbergen sie vielleicht noch? Und wer ist Gregor, der geheimnisvolle Kriegsgefangene, über den man eigentlich gar nichts weiter erfährt.

Zu den für mich sehr gelungenen Hauptprotagonisten kommt auch die gut durchdachte Handlung. Die Rolle, die Berlin spielt (meine Stadt...), ist auch sehr gut gezeichnet. Heute fast unvorstellbar, wie die Menschen damals überlebten. Gut und eindrücklich von der Autorin geschildert.

Von mir daher 5 Lesesterne und eine Empfehlung für alle, die historische, lebendig geschriebene Krimis mögen.

Ich freue mich sehr auf den nächsten Band!