Fantastische Graphic Novel

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hightower667 Avatar

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H. G. Wells’ „Die Zeitmaschine“ gehört zweifellos zu den großen Klassikern der Science-Fiction. Der 1895 erstmals veröffentlichte Roman wurde mehrfach verfilmt, besonders bekannt ist die Version von Regisseur George Pal aus dem Jahr 1960. Nun hat sich der deutsche Zeichner Thilo Krapp dieses zeitlosen Stoffes angenommen und ihn in eine eindrucksvolle Graphic Novel verwandelt.

Im Mittelpunkt steht Henry, der im Original namenlose Zeitreisende. Aus Trauer und dem Wunsch heraus, die Vergangenheit verändern zu können, entwickelt er eine Zeitmaschine. Doch schon bald erkennt er, dass sich Geschehenes nicht einfach rückgängig machen lässt. Deshalb reist er weit in die Zukunft – in eine Welt, die mit seiner eigenen kaum noch etwas gemeinsam hat. Dort begegnet er den friedlich wirkenden Eloi und den geheimnisvollen Morlocks. Was zunächst wie eine faszinierende neue Gesellschaft erscheint, entpuppt sich schnell als gefährliche Zukunftsvision.

Thilo Krapp bleibt in seiner Adaption erfreulich nah an der Vorlage, erlaubt sich aber einige spannende Veränderungen und Ergänzungen. Dadurch bleibt die Geschichte auch für Leserinnen und Leser interessant, die Wells’ Roman bereits kennen. Die Handlung besitzt weiterhin eine starke Sogwirkung und verbindet Abenteuer, Science-Fiction und gesellschaftskritische Elemente auf eindrucksvolle Weise.

Besonders herausragend sind die Zeichnungen. Krapps Illustrationen sind detailreich, atmosphärisch und von einer ganz eigenen Schönheit. Jede Seite lädt dazu ein, länger betrachtet zu werden. Die fremdartige Zukunft, die Ruinen der menschlichen Zivilisation und die Begegnungen mit Eloi und Morlocks werden bildgewaltig zum Leben erweckt. Die überwiegend grüne Farbgestaltung verleiht der Graphic Novel eine besondere, manchmal beinahe traumartige Stimmung.

Auch die Texte erfüllen mehr als nur eine begleitende Funktion. Sie unterstützen die Bilder, treiben die Handlung voran und sorgen für zusätzlichen Spannungsaufbau. Text und Zeichnungen greifen harmonisch ineinander, sodass ein rundes und stimmiges Gesamterlebnis entsteht.

Das eher zurückhaltend gestaltete, hauptsächlich grüne Cover wirkt im ersten Moment beinahe unscheinbar. Es strahlt eine gewisse zeitlose, fast aus der Zeit gefallene Atmosphäre aus. Der Inhalt ist dagegen alles andere als zurückhaltend: Die Graphic Novel entwickelt eine intensive, spannende und visuell überwältigende Wirkung.
Abgerundet wird die Ausgabe durch einen informativen Anhang. Darin finden sich interessante Informationen über H. G. Wells sowie über die Entstehung und Entwicklung einzelner Elemente der Adaption.

Fazit: „Die Zeitmaschine“ ist eine wunderschöne und gelungene Graphic Novel, die H. G. Wells’ Klassiker respektvoll adaptiert und zugleich eigene Akzente setzt. Thilo Krapps Zeichnungen sind ein wahrer Augenschmaus, während die spannende Umsetzung auch Kennern der Geschichte einige Überraschungen bietet. Ein zeitloser Science-Fiction-Klassiker in einer außergewöhnlich atmosphärischen Form – klare Leseempfehlung!