Eine Geschichte, die im Kopf bleibt

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anna.vllmr Avatar

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Ich habe einige Tage gebraucht, um meine Gedanken zu sortieren, nachdem ich die Lektüre beendet hatte. Das Wichtigste vorweg: Ich mochte das Buch sehr gerne und kann es definitiv weiterempfehlen! Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, ist teilweise derb, aber immer treffend gewählt. Die beiden Protagonist:innen Michelle und Henry sind gut gezeichnet und in ihrer Unterschiedlichkeit ausgestaltet. Die beiden Welten, aus denen sie kommen, sind sehr nachvollziehbar und damit plastisch beschrieben. Dadurch kann man sich die subtilen Klassenunterschiede, die sich in Kleidung, Geschmack, Umgang und dem generellen Habitus zeigen, wirklich gut vorstellen. Die Beziehung wird aus beiden Perspektiven geschildert, was im Hinblick auf die Dynamik der beiden Charaktere und das Ende der Geschichte eine sehr clevere Wahl ist. Das Setting und die Figuren sprühen vor Authentizität, was die Lektüre für mich gleichermaßen schön und schwer gemacht hat. Es werden Klassenunterschiede, Beziehungsdynamiken, Privilegien und Armut schonungslos und ehrlich verhandelt. Ich möchte nicht zu sehr auf den Inhalt eingehen, aber ich kann so viel verraten: Man begleitet die Beziehung von Michelle und Henry von ihrem ersten Treffen, durch die Honeymoon-Phase und durch etliche Auf- und Abs sowie schließlich den Kipppunkt. Direkt zu Beginn stellt Henry fest, dass Michelle verschwunden zu sein scheint, und bis zum Ende fiebert man mit, ob die Beziehung zu retten ist, und rätselt, was mit Michelle passiert ist. Ich kann die Lektüre allen ans Herz legen, die ehrliche, ungeglättete Geschichten mögen!