»Er hatte, was sie brauchte. Und das war das Problem.«

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lustaufbuch Avatar

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Es scheint als wäre es Liebe auf den ersten Blick. Als würde sich alles fügen, positiv und unerwartet, aber doch so glücklich.
Michelle und Henry entstammen komplett unterschiedlichen Milieus, was sich jedoch erst im Laufe der anbahnenden Beziehung so richtig zu erkennen gibt. Michelle ist mit wenig aufgewachsen und kämpft selbst jetzt noch ums finanzielle Überleben. Ihre Schmuckladen musste sie aufgeben und arbeitet nun in einem angesehenen Hotel, um ihre Schulden zurückzuzahlen. Währenddessen ist Henrys Familie reich. Zwar arbeitet er viel und ambitioniert, verfügt jedoch seit jeher über eine finanzielle Grundabsicherung.

Die Kluft zwischen Arm und Reich spielt nicht nur von außen eine Rolle, sondern auch von den Erfahrungen, die jemand erlebt hat. Und Geld nimmt doch immer eine entscheidende Rolle ein. Besonders wenn etwas für manche selbstverständlich ist und für andere nie vorstellbar.
So verheimlicht Henry ihr lange seine luxuriöse Wohnung und verbringt lieber Zeit in ihren einfachen vier Wänden.
Dementsprechend ist es nicht nur möglich, während einer Beziehung in eine gewisse Abhängigkeit zu geraten, sondern unausweichlich. Ein Gefälle, das oft mit Erwartungen verbunden ist, sei es nur die Person von einem (finanziell) abhängig zu machen.

Henry scheint Michelle über alles zu lieben, aber er fühlt sich zugleich wohl damit, jemanden zu haben, um den er sich kümmern kann, der abhängig von ihr ist und sich so gewissermaßen lenken lässt. Auch im Hinblick auf seine eigene Familie möchte er ihr – seit sie das erste Mal von ihrem Schmuckladen geredet hat – diesen Traum wieder ermöglichen und ihr den Job im Hotel ausreden. Hierbei missachtet er oft, was seine Freundin wirklich möchte.

Und trotz all der glücklichen Momente, bleibt es eine Liebe, die nicht sein kann.

Zudem ist das gegenseitige Missverstehen etwas, was die Autorin in diesem Buch so nahegehend und zugleich schmerzlich herausgearbeitet hat wie ich es bisher noch nie gelesen habe. Dieses Misslingen der Kommunikation, aneinander vorbei zu reden und zu denken, das Gegenüber könnte einen nachvollziehen und dabei nicht auf einen Nenner zu kommen.

Der zweite Roman von Ruth-Maria Thomas ist so ganz anders als ihr Debüt „Die schönste Version“ und doch auch wieder nicht. Er ist ein eher unauffällig daherkommender Anstoß, die zwischenmenschlichen Beziehungen zu hinterfragen und was eine Liebe beeinflusst, selbst wenn alles zu stimmen scheint.