Klassenunterschiede, Machtgefälle und die Liebe

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annnna97 Avatar

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Der Roman erzählt die Geschichte der Beziehung zwischen Michelle und Henry, die sich in einander verlieben, obwohl sie aus unterschiedlichen Welten kommen. Henry ist aus einer reichen, gebildeten, westdeutschen Familie und Michelle aus eher ärmeren Verhältnissen Ostdeutschlands.
Michelle ist eine sehr spannende Protagonistin. Sie ist zwar nicht immer besonders sympathisch, aber wirkt authentisch und lebendig. Bei dem Klappentext könnte man denken, dass es eine Art moderne Version von Aschenputtel ist, aber Michelle ist das absolute Gegenteil einer solchen Figur. Sie ist stark, selbständig und selbstreflektiert.
Letzten Endes stellt der Roman die Frage, ob wahre Liebe wirklich alles überwinden kann, wie es uns in Liebesromanen immer erzählt wird oder ob es Unterschiede gibt, die unüberwindbar sind. Viele würden sagen, dass die Herkunft in Beziehungen heutzutage keine Rolle mehr spielt, aber das ist natürlich zu kurz gedacht.
Mir hat der Roman wirklich richtig gut gefallen und ich finde, dass die Mischung aus Gesellschaftskritik und Liebesgeschichte gut gelungen ist. Die Fragen über Herkunft, Chancengleichheit, Klassismus, Machtgefälle etc., die aufgeworfen werden, machen die Geschichte sehr komplex und realistisch. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen und ich werde sicher weitere Bücher der Autorin lesen.
Ich würde den Roman auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn man Lust auf eine etwas andere Art von Liebesgeschichte hat, die nichts romantisiert, aber zum Nachdenken anregt.