Liebe ist nicht alles

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maluli Avatar

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Wenn Erwartungen so hoch sind wie meine an "Die zweitgrößte Liebe" von Ruth-Maria Thomas, habe ich manchmal Angst, das Buch anzufangen, weil hohe Erwartungen oft enttäuscht werden.
Das war jedoch beim zweiten Roman dieser sehr talentierten Autorin ganz und gar nicht der Fall. Als Person, die selbst in Armut aufgewachsen ist, finde ich Bücher, die Klassismus als Thema haben, ungeheuer wichtig und gleichzeitig kann das Schreiben über Armut auch voll nach hinten losgehen (looking at you, Caro Wahl). Ich weiß nicht, in welchen Verhältnissen Ruth-Maria Thomas groß geworden ist und es ist auch völlig egal, denn sie kann die Milieus beider Protagonisten so präzise zu Literatur machen, dass mir beim Lesen ganz schwindelig wurde. Der Plot ist schnell erzählt: zwei junge Menschen, er aus reichem Hause, sie prekär aufgewachsen und voller Schulden, verlieben sich und man ist sozusagen live dabei, während die Beziehung mit steigender Geschwindigkeit gegen die Wand fährt. Der Roman ist psychologisch wie erzählerisch hoch interessant und hat mich bewegt wie schon lange kein Buch es mehr geschafft hat.