Psychologisch plausibel und gut erzählt

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Michelle und Henry stammen aus verschiedenen Welten. Michelle hat Schulden, arbeitet hart und dreht jeden Cent um. Henry hat ein reiches Elternhaus, eine Immobilie und verdient mehr als genug. Beide verlieben sich ineinander, möchten die Unterschiede zwischen sich überkommen. Doch immer wieder wird deutlich, was sie trennt: Nicht nur das tatsächliche Geld, sondern vor allem das Verständnis für die Welt und Werte des/der anderen, die durch das jeweilige Aufwachsen geformt wurden.
Die Geschichte ist psychologisch absolut plausibel und feinfühlig erzählt. Niemand ist der/die Gute oder Böse, niemand hat wirklich recht, beide versuchen, glücklich zu sein und gleichzeitig zeigen sie immer wieder ihre Abgründe. Ruth-Maria Thomas zeichnet ihre Figuren in allen Farben und schonungslos ehrlich, man fühlt und fiebert mit beiden ständig mit, auch während man gerade vielleicht nicht einverstanden mit ihren Handlungen ist - so etwas gelingt nicht oft! Auch toll ist, dass es hier keine Aschenputtel-Märchenprinz-Erzählung ist, sondern dass beide Figuren ganz reale Menschen aus zwei nebeneinander lebenden Klassen sein könnten, die sich täglich begegnen.