Verstand und Gefühl 2.0
Es ist ein Neuanfang für Michelle. Neue Stadt, neuer Job in einem Luxushotel, neue winzige Dachgeschosswohnung. Mitgenommen hat sie nur, was auf ihre Vespa passt. Mehr an Erinnerungen an ihr "Davor" verträgt sie nicht. Ihre Schulden erinnern sie schmerzhaft genug. Nach einer ihrer Schichten lernt Michelle Henry kennen. Er ist süß, sensibel, lässt sich von ihrer Energie mitreißen. Es funkt sofort zwischen den beiden. Doch wie sich herausstellt, kommt er aus einer anderen Welt: Eigentumswohnung, reiche Eltern, lukrativer Job. Kann das gut gehen?
Michelle ist eine phantastische Figur. Lebendig, frech, stark, harte Schale, weicher Kern, offen aber gleichzeitig misstrauisch - was das Leben eben aus einem macht, wenn man ohne Sicherheitsnetz aufwächst. Ich konnte so gut nachvollziehen, was in ihr vorging, warum sie Bedenken hat, sich an Henry zu binden, obwohl sie ihn so sehr liebt.
Und dann Henry. Ein toller Fang eigentlich, hübsch, wohlhabend, sensibel, verletzlich. Aber absolut außerstande, Michelles Herkunft zu begreifen. Der Stolz auf das sein sollte, was sie trotz Insolvenz, ohne Vater und viel zu frühem Tod der Mutter geschafft hat, wie hart sie arbeitet, wie unabhängig ist ist, wie talentiert. Aber er sieht nur Scham, die gar nicht existiert. Will der Retter sein und macht damit alles kaputt.
Besser als Ruth-Maria Thomas in diesem Roman kann man über Klassismus kaum schreiben. Dazu ist ihr Schreibstil süffig wie guter Wein. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich bei der Lovestory zwischen Michelle und Henry, die ja den größten Teil der Geschichte einnimmt, nicht ganz mit dem Herzen dabei war. Michelles Geschichte, ihre Jobs, ihre Kindheit, ihre Träume, haben mich weit mehr interessiert als das, was nun mit Henry passiert.
Thomas Neuer Roman liest sich absolut phantastisch und berührt vor allem duch sein Thema und Hauptfigur Michelle. Er ist bittersüß, lebendig und fast so gut wie ihr Debüt.
Michelle ist eine phantastische Figur. Lebendig, frech, stark, harte Schale, weicher Kern, offen aber gleichzeitig misstrauisch - was das Leben eben aus einem macht, wenn man ohne Sicherheitsnetz aufwächst. Ich konnte so gut nachvollziehen, was in ihr vorging, warum sie Bedenken hat, sich an Henry zu binden, obwohl sie ihn so sehr liebt.
Und dann Henry. Ein toller Fang eigentlich, hübsch, wohlhabend, sensibel, verletzlich. Aber absolut außerstande, Michelles Herkunft zu begreifen. Der Stolz auf das sein sollte, was sie trotz Insolvenz, ohne Vater und viel zu frühem Tod der Mutter geschafft hat, wie hart sie arbeitet, wie unabhängig ist ist, wie talentiert. Aber er sieht nur Scham, die gar nicht existiert. Will der Retter sein und macht damit alles kaputt.
Besser als Ruth-Maria Thomas in diesem Roman kann man über Klassismus kaum schreiben. Dazu ist ihr Schreibstil süffig wie guter Wein. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich bei der Lovestory zwischen Michelle und Henry, die ja den größten Teil der Geschichte einnimmt, nicht ganz mit dem Herzen dabei war. Michelles Geschichte, ihre Jobs, ihre Kindheit, ihre Träume, haben mich weit mehr interessiert als das, was nun mit Henry passiert.
Thomas Neuer Roman liest sich absolut phantastisch und berührt vor allem duch sein Thema und Hauptfigur Michelle. Er ist bittersüß, lebendig und fast so gut wie ihr Debüt.