Wie soll ich mich nach diesem Roman fühlen

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teegeschirr Avatar

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Als ich davon Wind bekommen habe, dass Ruth-Maria Thomas einen neuen Roman schreibt war mir schon klar: den will ich lesen.
Wer "Die schönste Version" von ihr gelesen hat, kann die Messlatte schon mal hoch ansetzen.
In "Die zweitgrößte Liebe" geht es um Michelle und Henry. Sie aus armen Verhältnissen, er aus reichen. Sie hat es im Leben schwer, er hat es relativ leicht. Sie mit vielen Sorgen, er mit wenigen. Und trotzdem finden die beiden zueinander und verlieben sich. Der Beginn vom Roman ist so zart, lieb und zum dahinschmelzen. Bis sich das Blatt langsam wendet. Michelle und Henry kommen aus ganz unterschiedlichen Welten und Michelle kann sich von ihrer früheren Welt nie so ganz trennen. Die reichen und schönen, mit denen sie verkehrt, sind noch immer "die anderen". Sie will es nicht wahrhaben, dass sie jetzt ein Teil davon ist. Und so entsteht die ein oder andere Reiberei, ein Streit bricht vom Zaun. Aber immer wieder schaffen es die beiden, sich zusammen zu raufen. Doch der Graben zwischen ihnen wird schleichend tiefer, bis er für Michelle irgendwann unüberwindbar scheint und sie sich für ein Ich von ihr entscheiden muss.

Mit sehr viel Gefühl und Herz hat hier Ruth-Maria Thomas eine zum scheitern verurteilte Liebesgeschichte niedergeschrieben.
Erst auf Seite 55 wurde mir klar, wer Michelle (Mishelle!) wirklich ist. Es handelt sich um Shelly, die bereits aus "Die schönste Version" bekannt ist. Daher war es für mich umso interessanter, was aus ihr geworden ist und wieso es mit ihr und Henry nicht funktioniert hat.

Am Ende vom Roman weiß ich nicht so recht, wie ich mich fühlen soll. Ich hätte Shelly das Happy End gegönnt, aber sie ist mit sich strenger als ich es wäre.