zwei Welten

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canyouseeme Avatar

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In Die zweitgrößte Liebe erzählt Ruth Maria Thomas von Mishelle und Henry, zwei Menschen, die aus sehr unterschiedlichen familiären und gesellschaftlichen Welten kommen. Gerade diese Gegensätze machen ihre Beziehung schwierig: Beide bringen eigene Erfahrungen und Vorstellungen mit, die der jeweils andere nicht vollständig verstehen kann.

Besonders gefallen hat mir Thomas’ Sprache. Der Schreibstil ist direkt, klar und angenehm zu lesen, wirkt dabei aber trotzdem eindringlich. Dadurch entsteht eine große Nähe zu den Figuren und ihren Konflikten.

Spannend fand ich vor allem, wie Thomas das Aufeinandertreffen dieser beiden Welten beschreibt. Mishelle und Henry sind beide verschlossen und öffnen sich dem anderen nur schwer. Obwohl sie sich näherkommen, schaffen sie es deshalb nicht, einander wirklich zu verstehen. Aus ihrer unterschiedlichen Herkunft und ihrem fehlenden Austausch entstehen immer wieder Konflikte.

Für mich zeigt der Roman sehr eindrücklich, dass Liebe allein nicht genügt, wenn zwei Menschen in völlig unterschiedlichen Lebenswelten aufgewachsen sind. Die zweitgrößte Liebe ist deshalb weniger eine klassische Liebesgeschichte als eine Geschichte über Nähe, Distanz und die Schwierigkeit, einen anderen Menschen wirklich zu verstehen.