Dunkel, wild, naturverbunden

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
karategirl Avatar

Von

„Dire Bound“ hat mich vor allem mit seiner Atmosphäre bekommen. Schon das Cover macht klar, wohin die Reise geht. Es ist dunkel, wild, naturverbunden. Keine weichgezeichnete Romantasy, sondern eine Geschichte mit Kanten. Genau das zieht sich auch durch den Roman.

Die Welt wirkt rau und teilweise unbarmherzig. Machtstrukturen, Loyalität, Instinkt, vieles ist hier von einer fast archaischen Energie geprägt. Besonders gelungen finde ich, dass die Bedrohung nicht ständig laut inszeniert wird. Sie liegt unterschwellig über der Handlung, was die Spannung konstant hält. Man merkt schnell, dass es hier nicht nur um äußere Konflikte geht, sondern auch um Identität und Zugehörigkeit.

Die Hauptfigur ist kein naives Mädchen, das zufällig in ein Abenteuer stolpert, sondern bringt innere Stärke und Widerstandskraft mit. Das mochte ich sehr. Gleichzeitig hätte ich mir stellenweise noch etwas mehr emotionale Tiefe gewünscht. Manche Beziehungen entwickeln sich relativ schnell, wo ich gern noch mehr langsame Intensität gehabt hätte.

Trotzdem funktioniert „Dire Bound“ insgesamt gut. Es ist ein stimmiges Worldbuilding, eine konsequent düstere Stimmung und genug Dynamik, um dranzubleiben. Es ist ein Buch, das nicht durch übermäßige Effekthascherei überzeugt, sondern durch Atmosphäre und ein solides Fundament.

4 von 5 Sternen, stark im Setting und in der Grundspannung, aber mit Potenzial nach oben bei der emotionalen Ausarbeitung.