Bissig, rasant und herrlich böse

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sunshine22 Avatar

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Dirty Money hat mich schon auf den ersten Seiten überrascht. Eigentlich hätte ich bei einem Thriller aus der Welt der Hedgefonds und Finanzmärkte mit einer eher trockenen Geschichte gerechnet – doch davon ist diese Leseprobe wirklich weit entfernt. Der Einstieg mitten in einen gewaltigen Börsencrash ist turbulent, überspitzt und teilweise herrlich schwarzhumorig. Gleichzeitig wird schnell deutlich, wie gnadenlos die Welt ist, in der sich Ali „Al“ Jafar bewegt.

Al hat mir als Hauptfigur besonders gut gefallen. Er ist intelligent, ehrgeizig und erfolgreich, gleichzeitig aber unglaublich zynisch und mit einer ziemlich schonungslosen Sicht auf sich selbst und seine Umgebung ausgestattet. Seine Gedanken sind teilweise bitterböse, manchmal völlig überzogen und haben mich trotzdem immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Hinter dem Humor merkt man aber auch schnell, wie sehr er unter dem enormen Leistungsdruck und dem Gefühl leidet, sich seinen Platz ständig neu beweisen zu müssen.

Richtig spannend wird es, nachdem sein Fonds durch den Crash Hunderte Millionen Dollar verliert. Statt der erwarteten Kündigung bekommt Al drei Monate Zeit, das verlorene Geld zurückzuverdienen. Doch aus dieser scheinbaren zweiten Chance entwickelt sich eine handfeste Bedrohung: Sollte er scheitern, droht ihm nicht nur das Ende seiner Karriere, sondern er soll mithilfe fingierter Beweise für Insiderhandel und Terrorismusunterstützung ins Gefängnis gebracht werden.

Gerade diese Mischung gefällt mir richtig gut. Einerseits bekommt man einen rasanten Thriller rund um Geld, Macht und Manipulation, andererseits steckt darin eine ziemlich bissige Gesellschafts- und Kapitalismuskritik. Dabei nimmt die Geschichte weder die Finanzwelt noch ihre Figuren besonders ernst und schreckt auch vor sehr derbem Humor nicht zurück.

Nach der Leseprobe möchte ich unbedingt wissen, wie Al aus dieser nahezu aussichtslosen Situation herauskommen will – und vor allem, wem er überhaupt noch trauen kann. Dass sich zudem erste Hinweise ergeben, dass hinter dem Börsencrash vielleicht noch viel mehr stecken könnte, macht die Sache für mich umso interessanter.

Ein ungewöhnlicher, schwarzhumoriger und herrlich bissiger Thrillerauftakt, der mich mit seinem ganz eigenen Ton definitiv neugierig gemacht hat. Ich würde sehr gerne weiterlesen und herausfinden, wie tief der Sumpf aus Geld, Macht und Korruption tatsächlich reicht.