300 Millionen Dollar futsch – und jetzt? ⭐⭐⭐½
Ali Jafar ist ein junger, begabter Investmentfonds-Analyst, der bei Prism Capital arbeitet, einem der mächtigsten Unternehmen der Branche. Als er innerhalb kürzester Zeit 300 Millionen Dollar verliert, stellt sein skrupelloser Chef ihn vor eine scheinbar unmögliche Aufgabe: Er soll das Geld innerhalb von drei Monaten zurückverdienen. Andernfalls wird er zum Sündenbock für die Insiderhandels-Ermittlungen gegen die Firma gemacht – und soll als angeblicher Terrorfinanzierer herhalten.
In seiner Verzweiflung wendet sich Ali an einen mysteriösen Informanten, der ihm Zugang zu Insiderinformationen verschafft. Tatsächlich gelingt es ihm damit, wieder Geld zu verdienen. Doch je näher er seinem Ziel kommt, desto tiefer gerät er in ein Geflecht aus Erpressung, Intrigen und Machtspielen, bei denen die Beteiligten vor kaum etwas zurückschrecken.
Die Geschichte selbst ist nicht sonderlich raffiniert, aber das macht das Buch durch sein hohes Tempo und die durchaus glaubwürdigen Einblicke in die Welt der Hochfinanz wieder wett. Dass Amran Gowani selbst als Finanzanalyst gearbeitet hat, dürfte dabei nicht ganz unwichtig sein. Hier wird mit Summen jongliert, bei denen einem schwindelig werden kann, und es wird deutlich, wie wenig Skrupel manche Menschen kennen, wenn es darum geht, noch mehr Geld zu verdienen. Mitgefühl und Anstand sind da eher hinderlich, solange der eigene Vorteil auf dem Spiel steht.
Was mich allerdings zunehmend genervt hat, waren Alis wiederkehrende Suizidgedanken. Ja, sie werden teilweise ironisch bis ins Lächerliche gezogen, aber irgendwann ist auch dieser Effekt erschöpft. Ähnlich verhält es sich mit den ausführlichen autoerotischen Gedanken und Beschreibungen des noch nicht einmal dreißigjährigen Protagonisten. Dass ein junger Mann ohne Freundin entsprechende Bedürfnisse hat, ist nun wirklich keine Überraschung – in dieser Häufigkeit hätte ich es trotzdem nicht gebraucht. 😉
Auch die Kapitalismuskritik kommt mitunter etwas zu dick aufgetragen daher. Dass die hier geschilderte Finanzwelt ihre hässlichen Seiten hat, dürfte den meisten Lesenden recht schnell klar sein. Da hätte der Autor seiner Geschichte ruhig etwas mehr Vertrauen schenken dürfen, statt die Botschaft immer wieder nachdrücklich zu unterstreichen.
Eine weitere Hürde ist der ausgesprochen US-amerikanische Hintergrund. Neben den zahlreichen Fachbegriffen aus dem Investmentbereich begegnen einem jede Menge Anspielungen auf Baseball, Musikgrößen, Essen und Getränke, die diesseits des Atlantiks nicht unbedingt jedem geläufig sein dürften. Das macht manche Passagen unnötig mühsam, auch wenn man sich mit der Zeit ganz gut hineinfindet.
Dies klingt jetzt vermutlich nach einem ziemlich vernichtenden Urteil, ist es aber nicht. Denn trotz all dieser Kritikpunkte ist Dirty Money ein spannender Thriller, der einen erschreckend glaubwürdigen Blick hinter die Kulissen einer Welt ermöglicht, in der Geld und Macht offenbar so ziemlich alles rechtfertigen. Für ein Debüt ist das wirklich beachtlich – und ich bin gespannt, was Amran Gowani als Nächstes schreibt.
In seiner Verzweiflung wendet sich Ali an einen mysteriösen Informanten, der ihm Zugang zu Insiderinformationen verschafft. Tatsächlich gelingt es ihm damit, wieder Geld zu verdienen. Doch je näher er seinem Ziel kommt, desto tiefer gerät er in ein Geflecht aus Erpressung, Intrigen und Machtspielen, bei denen die Beteiligten vor kaum etwas zurückschrecken.
Die Geschichte selbst ist nicht sonderlich raffiniert, aber das macht das Buch durch sein hohes Tempo und die durchaus glaubwürdigen Einblicke in die Welt der Hochfinanz wieder wett. Dass Amran Gowani selbst als Finanzanalyst gearbeitet hat, dürfte dabei nicht ganz unwichtig sein. Hier wird mit Summen jongliert, bei denen einem schwindelig werden kann, und es wird deutlich, wie wenig Skrupel manche Menschen kennen, wenn es darum geht, noch mehr Geld zu verdienen. Mitgefühl und Anstand sind da eher hinderlich, solange der eigene Vorteil auf dem Spiel steht.
Was mich allerdings zunehmend genervt hat, waren Alis wiederkehrende Suizidgedanken. Ja, sie werden teilweise ironisch bis ins Lächerliche gezogen, aber irgendwann ist auch dieser Effekt erschöpft. Ähnlich verhält es sich mit den ausführlichen autoerotischen Gedanken und Beschreibungen des noch nicht einmal dreißigjährigen Protagonisten. Dass ein junger Mann ohne Freundin entsprechende Bedürfnisse hat, ist nun wirklich keine Überraschung – in dieser Häufigkeit hätte ich es trotzdem nicht gebraucht. 😉
Auch die Kapitalismuskritik kommt mitunter etwas zu dick aufgetragen daher. Dass die hier geschilderte Finanzwelt ihre hässlichen Seiten hat, dürfte den meisten Lesenden recht schnell klar sein. Da hätte der Autor seiner Geschichte ruhig etwas mehr Vertrauen schenken dürfen, statt die Botschaft immer wieder nachdrücklich zu unterstreichen.
Eine weitere Hürde ist der ausgesprochen US-amerikanische Hintergrund. Neben den zahlreichen Fachbegriffen aus dem Investmentbereich begegnen einem jede Menge Anspielungen auf Baseball, Musikgrößen, Essen und Getränke, die diesseits des Atlantiks nicht unbedingt jedem geläufig sein dürften. Das macht manche Passagen unnötig mühsam, auch wenn man sich mit der Zeit ganz gut hineinfindet.
Dies klingt jetzt vermutlich nach einem ziemlich vernichtenden Urteil, ist es aber nicht. Denn trotz all dieser Kritikpunkte ist Dirty Money ein spannender Thriller, der einen erschreckend glaubwürdigen Blick hinter die Kulissen einer Welt ermöglicht, in der Geld und Macht offenbar so ziemlich alles rechtfertigen. Für ein Debüt ist das wirklich beachtlich – und ich bin gespannt, was Amran Gowani als Nächstes schreibt.