Spannende Einblicke in eine Welt voller Gier und Machtmissbrauch
Wir befinden uns um kalifornischen San Francisco und schreiben das Jahr 2015. Die Angestellten einer Anlagegesellschaft bangen um ihren Job und machen sich Gedanken um ihre Zukunft.
In „Dirty Money“ wird die unglaubliche Geschichte des Hedgefonds-Analysten Ali Jafar, der für die Investmentfirma Prism, für die er arbeitet, an einem einzigen Nachmittag 300 Millionen Dollar verloren hat. Daraufhin wird er von seinem skrupellosen Chef, dem mehrfachen Milliardär Paul Knigsley, genötigt, das verlorene Geld innerhalb von drei Monaten zurückzuholen. Andernfalls würde er durch schwerwiegende falsche Anschuldigungen Alis Existenz zerstören.
Daraufhin gerät Ali durch zweifelhafte Leute an Insiderinformationen, verdient dadurch auch tatsächlich Millionen und doch wird er immer mehr in die Abwärtsspirale gezogen, aus der es keinen Ausweg mehr gibt. Bald gerät durch Gier und gefährliche Machtspiele auch sein Leben in Gefahr.
Der Autor führt die Leser in die unbekannte Welt der US-Hochfinanzen. Dass die Geschichte aus der Perspektive des Protagonisten erzählt wird, macht für mich einiges verständlicher und auch nachvollziehbarer. Obwohl Ali Jafar eigentlich auch ein Teil dieser korrupten, macht- und geldgeilen Welt ist, bekommt seine Figur dadurch auch menschliche Aspekte.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und fast alle wirken unsympathisch, keinen davon möchte ich als Freund haben.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar, das Erzähltempo gerade richtig. Leider wird der Lesefluss durch unnötige Wiederholungen und einige unlogischen Gedankensprünge gebremst.
Trotzdem gelingt es Amran Gowani, ein Thema, das den meisten Lesern nicht sehr vertraut sein wird, interessant aufzuarbeiten und spannend zu erzählen. Ich musste mehrere Bezeichnungen bzw. Ausdrücke nachschlagen und auch einige Abkürzungen waren mir fremd. Doch auch wenn ich nicht alles verstanden habe und auch manches zweimal lesen musste, hat mich dieser Finanzthriller gut unterhalten.
Besonders interessant fand ich den Einblick in das Arbeitsumfeld bei PRISM. So menschenverachtend und unterdrückend stelle ich mir das Klima in einer mächtigen Investmentfirma vor. Die Mitarbeiter leben ständig in der Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren und sind mehr oder weniger dazu gezwungen, egoistisch und rücksichtslos zu handeln. Sicher gilt das hauptsächlich für US-Unternehmen, bei denen es auch keinen Kündigungsschutz gibt.
Sehr beängstigend finde ich den aktuellen Bezug zur heutigen US-Regierung. Nicht nur einmal musste ich an den aktuellen Präsidenten und sein privates und auch politisches Umfeld denken.
Fazit:
„Dirty Money“ ist ein packender Thriller, der einen tiefen Einblick in die korrupte Welt der Hochfinanzen gewährt. Politische Verflechtungen, Machtmissbrauch und Gewalt werden nicht ausgespart. Leser, die an Aktien-, Fonds- und Finanzgeschäften interessiert sind werden besonders interessiert sein.