College Sports Romance

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
ekiam Avatar

Von

Don’t Let Me Fall war für mich eines dieser Bücher, bei denen man nach ein paar Kapiteln merkt: Okay, das wird heute wahrscheinlich nichts mehr mit „nur noch kurz weiterlesen“. Ich war schnell komplett drin und habe das Buch in kurzer Zeit durchgelesen, was einerseits an der Dynamik zwischen Ash und Colt lag, aber definitiv auch am Schreibstil. Der liest sich flüssig, mitreißend und sorgt dafür, dass die Seiten nur so vorbeifliegen.

Wer College Sports Romance mag und Lust auf Forbidden Love hat, bekommt hier ziemlich genau das, was der Klappentext verspricht. Und obwohl ich bei Love Triangles inzwischen oft vorsichtig geworden bin, weil sie für mich häufig sehr vorhersehbar geschrieben sind, hatte die Geschichte für mich trotzdem viel Sog.

Mein größter Kritikpunkt liegt gleichzeitig in genau diesem Bereich: Ich habe inzwischen oft das Gefühl, dass aktuelle Beziehungen in solchen Konstellationen nur deshalb existieren, damit man möglichst schnell versteht, wer eigentlich das „richtige“ Paar ist und dafür wird der aktuelle Freund dann häufig zum kompletten Unsympathen gemacht. Leider war das hier für mich teilweise ähnlich. Ash spürt selbst relativ früh, dass ihre Beziehung längst nicht mehr stabil ist, als Colt in ihr Leben tritt. Trotzdem hält sie sehr lange daran fest, während ihr Freund immer wieder eifersüchtig, eingeschnappt und kontrollierend reagiert, obwohl er derjenige ist, der ständig fremdgeht. Dadurch fehlte mir stellenweise etwas die emotionale Grauzone, die ich bei solchen Geschichten besonders spannend finde.

Dafür hat mich Colt positiv überrascht. Nach außen wirkt er zunächst wie der klassische Bad Boy: Er wurde von seiner alten Uni geworfen, bringt einen gewissen Ruf mit und wirkt wie jemand, der vieles gegen die Wand gefahren hat. Tatsächlich steckt darunter aber ein Charakter, der sich um seine Freunde und Familie kümmert und deutlich mehr green flag als villain energy ausstrahlt. Ich wollte ziemlich schnell wissen, was wirklich hinter seiner Geschichte steckt.

Besonders gefallen haben mir außerdem die Nebencharaktere, vor allem Theo und Blake. Sie haben für mich sofort genug Persönlichkeit mitgebracht, dass ich neugierig auf ihre Geschichte geworden bin. Umso schöner, dass der nächste Band ihnen gewidmet ist.

Einen Punkt gab es allerdings, der mich immer wieder aus dem Lesefluss gebracht hat: die Wortwahl an manchen Stellen. Mehrfach wird davon gesprochen, dass Mädchen den Jungs „gehören“ oder von ihnen „beherrscht“ werden. Grundsätzlich kann Sprache natürlich Figurencharakterisierung sein; aber gerade im Zusammenspiel mit dem Nebenplot um Ashs Mitbewohnerin, deren Ex sich mehrfach übergriffig und sogar gewalttätig verhält, hat mich diese Wortwahl irritiert. Das wirkte für mich nicht ganz stimmig und hat sich mit den anderen Themen des Buches gebissen.

Insgesamt hatte ich aber richtig viel Spaß mit Don’t Let Me Fall: tolle Chemie, starker Lesefluss, sympathische Figuren und eine Romance, die mich emotional deutlich mehr gepackt hat als manche andere Sports Romance zuletzt.