Die Nebencharaktere haben die Show gestohlen
„Man muss viele Frösche küssen, bevor man seinen Prinzen findet.
Und ich habe einen tollen Prinzen gefunden.“
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!
Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Zum einen liebe ich Eishockey-Romances, zum anderen wurde Don’t Let Me Fall mehrfach mit der Off-Campus-Reihe verglichen. Leider muss ich direkt sagen: Diesen Vergleich kann ich persönlich nicht nachvollziehen.
Fangen wir aber mit den positiven Aspekten an. Der Schreibstil von Kelsie Rae ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Die Seiten fliegen nur so dahin und durch die wechselnden Ich-Perspektiven von Ash und Colt bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken beider Charaktere. Dual POVs mag ich grundsätzlich sehr und auch hier hat mir das gut gefallen.
Was mich allerdings enttäuscht hat, war der Sport-Romance-Aspekt. Als großer Fan von Eishockey-Romances hatte ich erwartet, dass dieser Sport eine wichtige Rolle spielt. Tatsächlich kommt Eishockey aber kaum vor und bleibt eher Hintergrundrauschen. Wer also auf viele Szenen auf dem Eis hofft, sollte seine Erwartungen vielleicht etwas herunterschrauben.
Auch mit den Hauptfiguren bin ich leider nicht richtig warm geworden. Ash wirkte auf mich oft sehr naiv und einige ihrer Entscheidungen konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Bei Colt hatte ich ähnliche Probleme. Dass er Interesse an der Freundin seines besten Freundes entwickelt, wurde für meinen Geschmack etwas zu wenig hinterfragt. Dadurch konnte ich die Beziehung der beiden nicht immer vollständig nachvollziehen.
„Ich könnte sie den ganzen Tag küssen.
Ohne auch nur eine Sekunde an Essen zu denken.
Oder an Schlaf.
Ich brauche nichts anderes als ihren Mund auf meinen Lippen.“
Außerdem bin ich eigentlich ein großer Fan von Slow Burn, doch davon bekommt man hier eher wenig. Die Liebesgeschichte entwickelt sich recht schnell und war für mich eher ein Fast Burn. Dadurch fehlte mir stellenweise die Tiefe und die Spannung, die ich mir erhofft hatte.
Interessanterweise waren meine Lieblingscharaktere gar nicht Ash und Colt, sondern Blake und Theo. Die beiden hatten schon in diesem Band eine großartige Dynamik und deutlich mehr Spannung zwischen sich. Ehrlich gesagt freue ich mich riesig auf ihre Geschichte im zweiten Band.
Ein großer Pluspunkt war dagegen das Ende. Es gab kein übertriebenes Drama und keine unnötigen Missverständnisse, die nur künstlich Spannung erzeugen sollten. Stattdessen wurde die Geschichte auf eine angenehme Weise abgeschlossen. Auch die Charakterentwicklung war deutlich spürbar und konnte bei mir noch einige Pluspunkte sammeln.
Mein Fazit: Don’t Let Me Fall ist kein schlechtes Buch. Der Schreibstil liest sich angenehm, das Ende ist gelungen und die Charaktere entwickeln sich weiter. Trotzdem konnte es meine Erwartungen als Eishockey-Romance leider nicht erfüllen. Insgesamt vergebe ich 3,5 von 5 Sternen.