Sports Romance OHNE Sport
„Don't let me fall“ erzählt die Geschichte von Ashlyn »Ash« Peterson und Colt Thorne. Sie das typische Good Girl, dass sich nichts mehr Wünscht als eine glückliche Beziehung. Er ist der neue am College, der eine fragwürdige Vergangenheit hat. Das Buch wurde von der US-amerikanischen Autorin Kelsie Rae geschrieben und ist 2026 als eBook und Taschenbuch im Knaur Verlag (Verlagsgruppe Droemer Knaur) erschienen. „Don't let me fall“ ist der erste Band der „Breaking the Ice“ Reihe. Das englische Original ist unter dem Titel „Don't let me fall“ erschienen.
Ich wollte „Don't let me fall“ lesen, weil mich das Marketing des Knauer Verlags auf Anhieb angesprochen hat. Das Buch wird als „cozy Slow-Burn-Hockey-Romance“ beworben und auch der Klappentext klingt nach einem fesselnden Sports Romance Buch. Also in der Theorie ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Rückblickend muss ich zuallererst anmerken, dass ich die Geschichte bereits nach den ersten Kapiteln abgebrochen hätte, wenn ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen hätte. Praktisch erschließt sich mir nämlich nicht, warum der Knauer Verlag „Don't let me fall“ als „cozy Slow-Burn-Hockey-Romance“ bewirbt. Die Geschichte ist zu keinem Zeitpunkt „cozy“. Die Liebesgeschichte von Ash und Colt ist definitiv nicht Slow Burn und über Hockey Romance bzw. Sports Romance reden wir hier gar nicht erst. Zu sagen, dass „Don't let me fall“ für mich ein Flop ist, wäre eine maßlose Untertreibung.
Eine Geschichte, die in maßlos übertriebenem Drama ertrinkt, ist meiner Meinung nach nicht „cozy“. Drama, das nur mal so nebenbei bemerkt, in den meisten Fällen mit normaler Kommunikation hätte vermieden werden können. Das Drama hat also keinen nennenswerten Beitrag zum Spannungsverlauf beigetragen, sondern nur die Atmosphäre der Geschichte unnötig ins Negative gezogen.
Eine Slow Burn Liebesgeschichte lebt von Gefühlen, die sich in kleinen Schritten entwickeln und die mich als Leserin, auf eine langsame Reise zum gemeinsamen Happy End der beiden Hauptcharaktere mitnimmt. Bekommen habe ich eine Fast Burn Liebesgesichte, die mich bereits in den ersten Kapiteln tsunamiartig mit Gefühlen überrollt hat. Gefühlen mit denen im Laufe der Handlung nur so um sich geschmissen wird, als wären es billige Gratis-Kugelschreiber. Leider hat der Überfluss an Gefühlen dafür gesorgt, dass die Liebesgeschichte von Ash und Colt die gesamte Handlung über sehr oberflächig geblieben ist.
Ein Sports Romance Buch lebt von einer Geschichte, aus der der Sport nicht wegzudenken ist. Der Sport macht ca. 30% der Geschichte aus und würde man ihn versuchen zu entfernen, dann würde die Geschichte nicht mehr funktionieren. Sowohl das Cover als auch der Klappentext von „Don't let me fall“ versprechen mir als Leserin ein Hockey Romance Buch. Eishockey spielt aber erst im Epilog eine Rolle, davor wird der Sport nur wenige Male in fast schon unwichtigen Nebensätzen erwähnt. Wäre Colt Thorne kein Hockey-Star, sondern ein ganz normaler Collage Student, würde die Geschichte immer noch einwandfrei funktionieren.
Ja ich bin enttäuscht, dass ich nicht das bekommen habe, was mir der Knauer Verlag mit seinem Marketing versprochen hat, aber ich hätte damit leben können, wenn ich stattdessen ein fesselndes Collage Romance Buch bekommen hätte. Leider ist Kelsie Rae aber nicht mal das gelungen, denn „Don't let me fall“ bedient so gut wie jedes typische Romance Klischee. Ich will damit nicht sagen, dass ich ein Problem mit Romance Klischees habe. Wenn sie gut umgesetzt sind, dann können sie einem Romance Buch meiner Meinung nach sogar das gewisse Etwas verleihen. In diesem Fall hat es die Autorin aber extrem übertrieben. Und als hätten die Klischees noch nicht gereicht, greift Kelsie Rae im Verlaufe der Geschichte immer wieder zu unvorhersehbaren Zeitsprüngen, die jeglichen Ansatz einer tief gehenden Liebesgeschichte sofort im Keim erstickt haben. Beides hat das Lesen für mich frustrierend und anstrengend gemacht.
Für mich definitiv der größte Kritikpunkt sind die Charaktere. Kelsie Rae hat es nicht geschafft auch nur einen einzigen Charakter zu erschaffen, der mir irgendwie sympathisch war. Traurigerweise waren mir die meisten Charaktere sogar recht schnell unsympathisch, weil sie sich größtenteils nicht wie Erwachsene, sondern wie bockige Kleinkinder verhalten haben. Beim Genre Romance sind die Charaktere für mich aber ein essenzieller Teil der Geschichte. Unsympathische Charaktere, die sich nicht entsprechend ihrem Alter verhalten haben dann leider sehr schnell negative Auswirkungen auf mein Leseerlebnis.
Der erste Eindruck von Colt Thorne hat bei mir alle Alarmglocken läuten lassen. Niemand fliegt einfach so von seinem College. Mir war sehr schnell klar, der Kerl kann keine weiße Weste haben und ich hatte Recht. Colt wird im Laufe der Geschichte immer wieder als Gentleman bezeichnet und ja er hat seine Momente, in denen er ein Verhalten an den Tag legt, dass zu dieser Bezeichnung passt. Trotzdem bin ich der Meinung, dass er kein Gentleman ist, weil er sich in zu vielen Situationen so extrem übergriffig verhält, dass er in einer ungesunden Regelmäßigkeit Ashs Grenzen überschreitet. Dieses negative Verhalten macht ihn für mich zur „Red Flag“ und somit zu einem Charakter, der kein Stück besser ist als Ashs Ex-Freund Logan. Zugegeben bei Logan merkt man bereits nach dem ersten Auftritt, dass er ein absoluter Mistkerl ist, für den nur seine eigenen Bedürfnisse zählen und der Frauen nur dann seine Aufmerksamkeit schenkt, wenn er Sex von ihnen will. Zwar kann Colt seine negativen Charakterzüge sehr viel besser verstecken, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass er Ash am Ende genauso sehr in die Opferrolle zwingt, wie es Logan getan hat.
Hingegen ist Ashlyn »Ash« Peterson das Paradebeispiel eines People Pleaser. Sie ist so darauf versessen es allen Menschen in ihrem Umfeld recht zu machen, dass sie sich dabei stellenweise selbst verliert. Das Ganze paart die Autorin mit einer Naivität, die Ash im Verlauf der Geschichte für alles negative regelrecht Blind macht. So ist es für mich am Ende wenig verwunderlich, dass sie von einer toxischen Beziehung in die nächste stolpert. Trotzdem habe ich mich in etlichen Momenten über Ashs fehlendes Rückgrat und ihre erschreckende Leichtgläubigkeit aufgeregt, weil für mich einfach nicht begreiflich war, wie man die Augen so sehr vor der Realität verschließen kann.
Nachdem ich „Don't let me fall“ gelesen habe, frage ich mich ernsthaft, warum das Buch keine Triggerwarnung hat. In der Geschichte werden so viele Themen angesprochen, die für betroffene Personen triggernd sein können, dass ich mehr als zwei Hände bräuchte, um sie alle aufzuzählen und das wären dann nur die Schlimmsten.
Das einzig Positive war für mich der Schreibstil. Die deutsche Übersetzung von Kelsie Rae Schreibstil ließ sich angenehm flüssig lesen und die kurzen Kapitel haben immerhin dafür gesorgt, dass ich mit der Geschichte halbwegs schnell durch war. Gut fand ich auch, dass das Buch sowohl aus der Sicht von Ash als auch aus der Sicht von Colt erzählt wurde. Ich muss an dieser Stelle aber anmerken, dass ich mir eine gleichmäßigere Verteilung der Sichten besser gefallen hätte. Zwei Drittel der Geschichte werden aus der Sicht von Ash erzählt.
Fazit
Kelsie Rae ist es definitiv gelungen aus einer vielversprechenden Idee eine Geschichte voller verschenkter Möglichkeiten und ungenutztem Potenzial zu machen.
Ich wollte „Don't let me fall“ lesen, weil mich das Marketing des Knauer Verlags auf Anhieb angesprochen hat. Das Buch wird als „cozy Slow-Burn-Hockey-Romance“ beworben und auch der Klappentext klingt nach einem fesselnden Sports Romance Buch. Also in der Theorie ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Rückblickend muss ich zuallererst anmerken, dass ich die Geschichte bereits nach den ersten Kapiteln abgebrochen hätte, wenn ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen hätte. Praktisch erschließt sich mir nämlich nicht, warum der Knauer Verlag „Don't let me fall“ als „cozy Slow-Burn-Hockey-Romance“ bewirbt. Die Geschichte ist zu keinem Zeitpunkt „cozy“. Die Liebesgeschichte von Ash und Colt ist definitiv nicht Slow Burn und über Hockey Romance bzw. Sports Romance reden wir hier gar nicht erst. Zu sagen, dass „Don't let me fall“ für mich ein Flop ist, wäre eine maßlose Untertreibung.
Eine Geschichte, die in maßlos übertriebenem Drama ertrinkt, ist meiner Meinung nach nicht „cozy“. Drama, das nur mal so nebenbei bemerkt, in den meisten Fällen mit normaler Kommunikation hätte vermieden werden können. Das Drama hat also keinen nennenswerten Beitrag zum Spannungsverlauf beigetragen, sondern nur die Atmosphäre der Geschichte unnötig ins Negative gezogen.
Eine Slow Burn Liebesgeschichte lebt von Gefühlen, die sich in kleinen Schritten entwickeln und die mich als Leserin, auf eine langsame Reise zum gemeinsamen Happy End der beiden Hauptcharaktere mitnimmt. Bekommen habe ich eine Fast Burn Liebesgesichte, die mich bereits in den ersten Kapiteln tsunamiartig mit Gefühlen überrollt hat. Gefühlen mit denen im Laufe der Handlung nur so um sich geschmissen wird, als wären es billige Gratis-Kugelschreiber. Leider hat der Überfluss an Gefühlen dafür gesorgt, dass die Liebesgeschichte von Ash und Colt die gesamte Handlung über sehr oberflächig geblieben ist.
Ein Sports Romance Buch lebt von einer Geschichte, aus der der Sport nicht wegzudenken ist. Der Sport macht ca. 30% der Geschichte aus und würde man ihn versuchen zu entfernen, dann würde die Geschichte nicht mehr funktionieren. Sowohl das Cover als auch der Klappentext von „Don't let me fall“ versprechen mir als Leserin ein Hockey Romance Buch. Eishockey spielt aber erst im Epilog eine Rolle, davor wird der Sport nur wenige Male in fast schon unwichtigen Nebensätzen erwähnt. Wäre Colt Thorne kein Hockey-Star, sondern ein ganz normaler Collage Student, würde die Geschichte immer noch einwandfrei funktionieren.
Ja ich bin enttäuscht, dass ich nicht das bekommen habe, was mir der Knauer Verlag mit seinem Marketing versprochen hat, aber ich hätte damit leben können, wenn ich stattdessen ein fesselndes Collage Romance Buch bekommen hätte. Leider ist Kelsie Rae aber nicht mal das gelungen, denn „Don't let me fall“ bedient so gut wie jedes typische Romance Klischee. Ich will damit nicht sagen, dass ich ein Problem mit Romance Klischees habe. Wenn sie gut umgesetzt sind, dann können sie einem Romance Buch meiner Meinung nach sogar das gewisse Etwas verleihen. In diesem Fall hat es die Autorin aber extrem übertrieben. Und als hätten die Klischees noch nicht gereicht, greift Kelsie Rae im Verlaufe der Geschichte immer wieder zu unvorhersehbaren Zeitsprüngen, die jeglichen Ansatz einer tief gehenden Liebesgeschichte sofort im Keim erstickt haben. Beides hat das Lesen für mich frustrierend und anstrengend gemacht.
Für mich definitiv der größte Kritikpunkt sind die Charaktere. Kelsie Rae hat es nicht geschafft auch nur einen einzigen Charakter zu erschaffen, der mir irgendwie sympathisch war. Traurigerweise waren mir die meisten Charaktere sogar recht schnell unsympathisch, weil sie sich größtenteils nicht wie Erwachsene, sondern wie bockige Kleinkinder verhalten haben. Beim Genre Romance sind die Charaktere für mich aber ein essenzieller Teil der Geschichte. Unsympathische Charaktere, die sich nicht entsprechend ihrem Alter verhalten haben dann leider sehr schnell negative Auswirkungen auf mein Leseerlebnis.
Der erste Eindruck von Colt Thorne hat bei mir alle Alarmglocken läuten lassen. Niemand fliegt einfach so von seinem College. Mir war sehr schnell klar, der Kerl kann keine weiße Weste haben und ich hatte Recht. Colt wird im Laufe der Geschichte immer wieder als Gentleman bezeichnet und ja er hat seine Momente, in denen er ein Verhalten an den Tag legt, dass zu dieser Bezeichnung passt. Trotzdem bin ich der Meinung, dass er kein Gentleman ist, weil er sich in zu vielen Situationen so extrem übergriffig verhält, dass er in einer ungesunden Regelmäßigkeit Ashs Grenzen überschreitet. Dieses negative Verhalten macht ihn für mich zur „Red Flag“ und somit zu einem Charakter, der kein Stück besser ist als Ashs Ex-Freund Logan. Zugegeben bei Logan merkt man bereits nach dem ersten Auftritt, dass er ein absoluter Mistkerl ist, für den nur seine eigenen Bedürfnisse zählen und der Frauen nur dann seine Aufmerksamkeit schenkt, wenn er Sex von ihnen will. Zwar kann Colt seine negativen Charakterzüge sehr viel besser verstecken, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass er Ash am Ende genauso sehr in die Opferrolle zwingt, wie es Logan getan hat.
Hingegen ist Ashlyn »Ash« Peterson das Paradebeispiel eines People Pleaser. Sie ist so darauf versessen es allen Menschen in ihrem Umfeld recht zu machen, dass sie sich dabei stellenweise selbst verliert. Das Ganze paart die Autorin mit einer Naivität, die Ash im Verlauf der Geschichte für alles negative regelrecht Blind macht. So ist es für mich am Ende wenig verwunderlich, dass sie von einer toxischen Beziehung in die nächste stolpert. Trotzdem habe ich mich in etlichen Momenten über Ashs fehlendes Rückgrat und ihre erschreckende Leichtgläubigkeit aufgeregt, weil für mich einfach nicht begreiflich war, wie man die Augen so sehr vor der Realität verschließen kann.
Nachdem ich „Don't let me fall“ gelesen habe, frage ich mich ernsthaft, warum das Buch keine Triggerwarnung hat. In der Geschichte werden so viele Themen angesprochen, die für betroffene Personen triggernd sein können, dass ich mehr als zwei Hände bräuchte, um sie alle aufzuzählen und das wären dann nur die Schlimmsten.
Das einzig Positive war für mich der Schreibstil. Die deutsche Übersetzung von Kelsie Rae Schreibstil ließ sich angenehm flüssig lesen und die kurzen Kapitel haben immerhin dafür gesorgt, dass ich mit der Geschichte halbwegs schnell durch war. Gut fand ich auch, dass das Buch sowohl aus der Sicht von Ash als auch aus der Sicht von Colt erzählt wurde. Ich muss an dieser Stelle aber anmerken, dass ich mir eine gleichmäßigere Verteilung der Sichten besser gefallen hätte. Zwei Drittel der Geschichte werden aus der Sicht von Ash erzählt.
Fazit
Kelsie Rae ist es definitiv gelungen aus einer vielversprechenden Idee eine Geschichte voller verschenkter Möglichkeiten und ungenutztem Potenzial zu machen.