Hab es geliebt!

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Mit Down Cemetery Road zeigt Mick Herron einmal mehr, wie subtil und wirkungsvoll Spannung aufgebaut werden kann. Der Roman lebt weniger von schnellen Actionmomenten als von seiner dichten Atmosphäre, dem feinen britischen Humor und einer Geschichte, die sich langsam, aber äußerst eindringlich entfaltet.

Im Mittelpunkt steht eine scheinbar unscheinbare Ausgangssituation, aus der sich Schritt für Schritt ein komplexes Netz aus Geheimnissen, Lügen und moralischen Grauzonen entwickelt. Herron versteht es hervorragend, seine Figuren realistisch und vielschichtig zu zeichnen – niemand ist eindeutig gut oder böse, und genau das macht sie so glaubwürdig.

Der Schreibstil ist ruhig, präzise und pointiert. Dialoge sitzen, Spannungsmomente wirken nie überzogen, sondern entfalten ihre Wirkung gerade durch Zurückhaltung. Besonders gelungen ist die unterschwellige Gesellschaftskritik, die sich durch die gesamte Handlung zieht und dem Roman zusätzliche Tiefe verleiht.

Down Cemetery Road ist kein klassischer Thriller, sondern ein kluger, atmosphärischer Spannungsroman, der Geduld belohnt. Eine klare Empfehlung für Leser*innen, die intelligente Krimis mit Charakter, Tiefgang und britischem Flair schätzen.