Unter falscher Flagge
Mick Herrons erster Band der vielgerühmten Oxford-Krimi-Reihe wurde vom Diogenes Verlag als Paperback mit dem Untertitel „Zoe Boehm ermittelt in Oxford“ und einem Hinweis auf die Verfilmung herausgegeben. Dazu gibt es eine blasse, malerische Ansicht von Oxford mit der mittigen Kuppel der Radcliffe Camera. Nun könnte man aufgrund des stimmungsvollen Bildausschnittes, dem Handlungsort Oxford und dem Klappentext („Hausfrau ermittelt zusammen mit Privatdetektivin“ auf einen Cosy-Crime tippen. Oder wer die Buchreihe bereits kennt, auf einen Krimi, in dem Zoe Boehm die zentrale Figur ist. Doch nichts von beidem trifft es, das Buch segelt sozusagen unter falscher oder zumindest täuschender Flagge.
Wenn man aber ohne Erwartungshaltung, die leider durch ein äußerst ekstatisches Vorwort von Emma Thompson in einer überzogenen Weise geschürt wird, das Buch liest, wird man den spannenden Politthriller mögen. So ging es mir jedenfalls.
Der Plot ist zwar nicht bahnbrechend neu, aber trotz einiger Unwahrscheinlichkeiten doch so glaubhaft, dass es dem Lesevergnügen nichts nimmt. Ich vermisste überraschende Wendungen, aber zum Schluss hat Micke Herron es dann noch geschafft, mich zu verblüffen. Es gibt einige komische Momente, manches andere hingegen will man gar nicht wissen… allzu heftige Grausamkeiten werden zum Glück nur angedeutet, nicht ausgemalt. Mit der Ermittlerin Zoe und vor allem Sarah, welche die Ermittlungen anstößt und vorantreibt, sind hier starke Frauenpersönlichkeiten in zentraler Position. Weit abseits von einem schrulligen Marpel-Charakter entwickelt sich Sarah Tucker und wird entschiedener und selbstbewusster. Das hat mir besonders gefallen.
Im letzten Drittel habe ich das Buch in einem Rutsch gelesen – konnte nicht mehr aufhören.
Spannende Unterhaltung!
Wenn man aber ohne Erwartungshaltung, die leider durch ein äußerst ekstatisches Vorwort von Emma Thompson in einer überzogenen Weise geschürt wird, das Buch liest, wird man den spannenden Politthriller mögen. So ging es mir jedenfalls.
Der Plot ist zwar nicht bahnbrechend neu, aber trotz einiger Unwahrscheinlichkeiten doch so glaubhaft, dass es dem Lesevergnügen nichts nimmt. Ich vermisste überraschende Wendungen, aber zum Schluss hat Micke Herron es dann noch geschafft, mich zu verblüffen. Es gibt einige komische Momente, manches andere hingegen will man gar nicht wissen… allzu heftige Grausamkeiten werden zum Glück nur angedeutet, nicht ausgemalt. Mit der Ermittlerin Zoe und vor allem Sarah, welche die Ermittlungen anstößt und vorantreibt, sind hier starke Frauenpersönlichkeiten in zentraler Position. Weit abseits von einem schrulligen Marpel-Charakter entwickelt sich Sarah Tucker und wird entschiedener und selbstbewusster. Das hat mir besonders gefallen.
Im letzten Drittel habe ich das Buch in einem Rutsch gelesen – konnte nicht mehr aufhören.
Spannende Unterhaltung!