Sturz in die Flammen der Moderne
Diese Leseprobe fasziniert ab der ersten Zeile durch einen meisterhaften, jahrtausendeübergreifenden erzählerischen Bogen. Der Prolog zieht uns tief in die tragische, mythologische Vergangenheit von Kaiser Sheng Xiao, der sich im feurigen Magma des Roten Abgrunds scheinbar das Leben nimmt, nur um Jahrtausende später durch ein geheimnisvolles Ritual in der Gegenwart wieder zu erwachen. Der anschließende Übergang in das moderne China bricht diese düstere High-Fantasy-Atmosphäre auf genial erfrischende Weise. Mit der Einführung von Xuan Ji – einem herrlich chaotischen, chronisch pleiten Freigeist, der mit einem mysteriösen „Buch der Tausend Yao“ in den Augen geboren wurde – bekommt die Geschichte eine wunderbar dynamische, humorvolle Urban-Fantasy-Note. Die Bürokratie hinter dem „Nationalen Amt für die Verwaltung und Kontrolle von paranormalen Phänomenen“ erinnert an eine magische Version der Men in Black und sorgt sofort für Kopfkino. Dass Xuan Ji an seinem ersten Arbeitstag direkt unfreiwillig zum Abteilungsdirektor befördert wird und prompt im ersten Noteinsatz landet, verspricht eine absolut packende und witzige Dynamik. Fazit: Der packende Mix aus tiefgründiger chinesischer Mythologie (Danmei/Xianxia), modernem Behörden-Chaos und einer Prise trockenem Humor macht sofort süchtig. Ein absolut vielversprechender Auftakt, der Lust auf mehr macht!