Komplex, spannend und köstlich skurril

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anni00 Avatar

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Drowning Sorrows in Raging Fire 1 ist ein wunderschön illustriertes Buch. Schon das Cover, der Buchschnitt und sogar die kleinen Zeichnungen zwischen den Seiten machen die Ausgabe zu einem echten Hingucker. Besonders gut gefällt mir die Verbindung aus chinesischer Mythologie, Fantasy und modernen Elementen. Dazu kommen Krimi-Vibes, paranormale Phänomene und eine homosexuelle Liebesgeschichte, wodurch das Buch trotz seiner mythologischen Grundlagen sehr modern wirkt.

Die Geschichte spielt in China und beginnt mit Xuan Ji, dem neuesten Mitarbeiter des „Nationalen Amts für die Verwaltung und Kontrolle von paranormalen Phänomenen und speziellen Spezies“. Gleich an seinem chaotischen ersten Arbeitstag trifft er auf den unglaublich mächtigen Dämon Sheng Lingyuan – und damit beginnt das Chaos in der Abteilung. Gemeinsam mit seinen Kollegen versucht Xuan Ji herauszufinden, wer hinter den mysteriösen Ereignissen steckt und wie groß die Gefahr für die Menschheit tatsächlich ist.

Xuan Ji ist ein junger Lebenskünstler, der sich eher von der Hand in den Mund durchschlägt. Besonders seinen Humor und seine Sprüche fand ich sehr unterhaltsam und sie lockern die teilweise komplexe Handlung immer wieder auf. Auch die restliche Arbeitsgruppe ist ein bunter Haufen mit ganz unterschiedlichen Eigenheiten. Jeder besitzt besondere Fähigkeiten, die je nach Situation mehr oder weniger hilfreich sein können – manchmal auch auf ziemlich skurrile Weise. Besonders Cuicuis Fähigkeit, bei Stress plötzlich wachsende Pflanzenteile an Fingern und Füßen zu bekommen, sorgt für einige witzige Momente.

Sheng Lingyuan lernt man dagegen nur nach und nach wirklich kennen. Obwohl zwischen ihm und Xuan Ji schon früh eine gewisse Anziehung spürbar ist, entwickelt sich ihre Beziehung angenehm langsam. Besonders ihre Schlagabtausche haben mir gut gefallen. Gleichzeitig erfährt man Stück für Stück mehr über ihre Fähigkeiten, ihre Vergangenheit und ihre Motive. Dadurch gewinnen die Figuren immer mehr an Tiefe.

Auch die Handlung wird nach und nach komplexer. Was zunächst wie ein einzelner paranormaler Vorfall wirkt, entwickelt sich zu einer größeren Geschichte voller Geheimnisse, Wendungen und einer Verschwörung innerhalb der Behörde. Immer wieder werden neue Informationen über die Charaktere und die Welt enthüllt, wodurch sich die einzelnen Puzzleteile langsam zusammenfügen.

Der Schreibstil ist lebhaft, allerdings auch etwas ungewohnt. Besonders die wechselnden Perspektiven innerhalb einzelner Absätze haben mich teilweise aus dem Lesefluss gebracht. An manchen Stellen konnte mich die Geschichte deshalb nicht ganz fesseln, und einige Kapitel haben sich für mich etwas gezogen. Durch die komplexe Handlung muss man außerdem aufmerksam bleiben, um nicht den Überblick zu verlieren.

Fazit:
Positiv hervorheben möchte ich vor allem das atmosphärische Setting, die interessanten Charaktere und den fesselnden Plot. Besonders gut gefallen hat mir der Mix aus beißendem Humor und emotionaler Tiefe, der der Geschichte eine ganz eigene Dynamik verleiht. Allerdings ist der Anfang etwas zäh. Auch der ungewöhnliche Schreibstil hat es mir teilweise erschwert, der komplexen Handlung zu folgen. Gerade durch die vielen Informationen und Perspektivwechsel musste ich stellenweise sehr aufmerksam lesen, um den Überblick zu behalten.