Urban Fantasy, chinesische Mythologie und zwei Figuren, die sofort neugierig machen

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annigri Avatar

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„Drowning Sorrows in Raging Fire 1“ von Priest hat mich vor allem durch seine ungewöhnliche Mischung aus moderner Urban Fantasy, chinesischer Mythologie, paranormalen Phänomenen und einer ordentlichen Portion Chaos neugierig gemacht – und genau diese Mischung hat mich beim Lesen immer mehr gepackt.
Im Mittelpunkt steht Xuan Ji, der gerade erst seinen neuen Job beim „Nationalen Amt für die Verwaltung und Kontrolle von paranormalen Phänomenen und speziellen Spezies“ antritt. Schon allein diese Ausgangssituation fand ich großartig. Eigentlich soll er dafür sorgen, dass die Existenz der sogenannten Fähigen vor der normalen Bevölkerung geheim bleibt. Doch natürlich läuft schon an seinem ersten Arbeitstag absolut nichts nach Plan. Denn plötzlich wird ausgerechnet Sheng Lingyuan beschworen – ein mächtiger Dämon und ehemaliger Kaiser, der vor rund 3000 Jahren nach einem blutigen Krieg eigentlich sein Leben beendet hatte. Und nun soll ausgerechnet Xuan Ji ihn irgendwie unter Kontrolle bekommen.
Was soll da schon schiefgehen?
Ich mochte besonders, dass die Geschichte nicht wie eine typische Fantasyhandlung wirkt. Die Verbindung zwischen unserer modernen Welt und den alten Legenden und Ereignissen sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre. Auf der einen Seite gibt es Behörden, Arbeitskollegen, Regeln und organisatorisches Chaos, auf der anderen Seite Magie, Dämonen, jahrtausendealte Geheimnisse und Wesen, die sich mitten unter den Menschen verstecken. Dieser Kontrast funktioniert überraschend gut und macht die Welt unglaublich spannend.
Gerade am Anfang muss man allerdings aufmerksam lesen. Es werden viele Begriffe, Personen und Zusammenhänge eingeführt, und die Welt ist deutlich komplexer, als man zunächst vermuten würde. Für mich war das aber eher ein Pluspunkt als ein Kritikpunkt, denn nach und nach greifen die einzelnen Informationen ineinander. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass hinter kleinen Bemerkungen oder Situationen noch viel mehr steckt und die Geschichte gerade erst damit beginnt, ihre Geheimnisse preiszugeben.
Xuan Ji hat mir als Hauptfigur besonders gut gefallen. Er wird direkt in eine vollkommen verrückte Situation geworfen und versucht trotzdem irgendwie, damit klarzukommen. Seine Art bringt eine gewisse Leichtigkeit in die Handlung, ohne dass die ernsteren und düsteren Elemente dadurch verloren gehen.
Und dann ist da Sheng Lingyuan.
Schon seine Einführung hat dafür gesorgt, dass ich unbedingt mehr über ihn erfahren wollte. Ein Kaiser aus einer längst vergangenen Zeit, mächtig, gefährlich und voller Geschichte – gleichzeitig aber eine Figur, bei der schnell deutlich wird, dass hinter dem ersten Eindruck noch sehr viel mehr steckt. Besonders interessant fand ich den Gegensatz zwischen ihm und Xuan Ji. Die beiden stammen nicht nur aus vollkommen unterschiedlichen Zeiten, sondern wirken zunächst auch charakterlich wie Gegensätze. Genau dadurch entsteht eine Dynamik, die für mich zu den größten Stärken des Buches gehört.
Auch die Atmosphäre hat mir sehr gefallen. Die Geschichte kann innerhalb kurzer Zeit zwischen humorvollen, chaotischen Momenten und deutlich ernsteren, teilweise melancholischen oder düsteren Szenen wechseln. Besonders die Vergangenheit und die Ereignisse rund um Sheng Lingyuan geben der Handlung eine Tiefe, die ich anfangs gar nicht erwartet hatte.
Außerdem liebe ich Geschichten, bei denen man merkt, dass die Welt weit über das hinausgeht, was im ersten Band bereits erzählt wird. Hier gibt es alte Konflikte, Geheimnisse, besondere Fähigkeiten, verschiedene Wesen und eine Vergangenheit, die offensichtlich noch lange nicht vollständig aufgearbeitet ist. Dadurch hatte ich ständig neue Fragen und wollte unbedingt wissen, was hinter all dem steckt.
Der Schreibstil beziehungsweise die Übersetzung ließ sich für mich angenehm lesen, auch wenn die vielen Namen und Begriffe anfangs etwas Konzentration verlangen. Sobald ich aber in der Geschichte angekommen war, wollte ich immer weiterlesen. Besonders gefallen hat mir, dass sich die Handlung nicht nur auf Action oder Fantasy konzentriert, sondern auch viel über die Figuren, ihre Vergangenheit und ihre Beziehungen zueinander erzählt.
Auch optisch ist das Buch für mich ein kleines Highlight. Das Cover passt mit seinen warmen Farben perfekt zum Titel und zur Atmosphäre der Geschichte und ist definitiv eines dieser Bücher, die ich allein wegen der Gestaltung schon im Regal anschauen würde.
Für mich ist „Drowning Sorrows in Raging Fire 1“ ein richtig gelungener Auftakt, der neugierig auf sehr viel mehr macht. Wer Urban Fantasy, chinesische Mythologie, übernatürliche Wesen, alte Geheimnisse, humorvolle Momente und komplexe Charaktere mag, sollte definitiv einen Blick hineinwerfen.
Besonders die Dynamik zwischen Xuan Ji und Sheng Lingyuan hat mich überzeugt und ich bin sehr gespannt darauf, wie sich ihre Geschichte weiterentwickelt. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass wir über beide Figuren und besonders über die Vergangenheit noch längst nicht alles wissen.
Ein spannender, außergewöhnlicher und atmosphärischer Reihenauftakt, der sich deutlich von vielen klassischen Fantasygeschichten abhebt.