Atmosphärisch, düster, nostalgisch

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Eine gemeinsame Auszeit an der Nordsee - genau davon träumt Geli. Sonne, Meer, ein bisschen Luxus und endlich Zeit zu zweit. Dumm nur, dass ihr Lebensgefährte Hans Stahl ganz andere Pläne hat. Aus dem vermeintlichen Erholungsurlaub wird schnell ein mörderischer Albtraum, denn was zunächst nach einem Vermisstenfall aussieht, entwickelt sich zu einer Serie grausamer Verbrechen.

Stahl steckt bis über beide Ohren in Ermittlungen, während er gleichzeitig versucht, seiner Herzensdame weiterhin den perfekten Urlaub vorzuspielen. Keine leichte Aufgabe! Spätestens als Geli selbst ins Visier des Täters gerät, wird es richtig brenzlig.

Menger legt hier einen Thriller vor, der seinem Titel alle Ehre macht. Bildgewaltig, mit ordentlich Tempo und Nervenkitzel zum Fingernägelkauen! Von der ersten Seite zieht die Spannung kontinuierlich an und lässt einen irgendwann ziemlich nervös weiterblättern. Besonders die unheimliche Atmosphäre der kleinen Nordseeinsel hat es mir angetan; hier möchte man definitiv nicht allein unterwegs sein.

Kommissar Stahl ist auch in seinem zweiten Fall trotz Ruhestand wieder mittendrin im Geschehen. Gleichzeitig erfahren wir diesmal mehr über den Menschen hinter dem Ermittler, was ihn für mich noch greifbarer und sympathischer gemacht hat. Seine Zusammenarbeit mit dem eher unerfahrenen Inselkommissar sorgt dabei zusätzlich für eine interessante Dynamik.

Und dann ist da noch dieses coole 80er-Jahre-Feeling! Ganz beiläufig tauchen Falco aus dem Radio und „Dirty Dancing“ im Kino (samt legendärer Cowboy-Marlboro-Werbung) auf. Genau solche kleinen Details machen für mich den besonderen Charme des Buches aus. Plötzlich war ich wieder in meiner Jugend – nur eben mit deutlich mehr Leichen, hust.

Tja, und das Ende hat mich aus meinen Alpaka-Socken gehauen! Als hätte mir der Autor ein Kissen direkt aufs Gesicht gedrückt. EAT THIS! Ich musste sämtliche Theorien und Verdächtige über Bord werfen.

Und dann ballert Menger noch einen final shot raus, der sich gewaschen hat. Junge, Junge ...

Fazit: Atmosphärisch, düster, mit einem Hauch Nostalgie. Wer all das und einen Ermittler mit Ecken und Kanten mag, sollte Hans Stahl unbedingt auf die Insel begleiten. Aber Vorsicht: Erholung sieht anders aus – und ruhig schlafen vielleicht auch.