Kommissar Stahl auf Liekenoog

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lauramarlenex3 Avatar

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Obwohl dieses Buch der 2. Fall von Ex-Kommissar Hans Stahl ist, kann man dieses Buch auch ohne Vorwissen von „Finster“ super lesen. Ich habe „Finster“ nämlich vorher nicht gelesen und konnte super in die Geschichte und die Figuren einfinden - also bitte gar keine Scheu, dieses Buch unabhängig zu kaufen/zu lesen, aber ich glaube, dass ich aufgrund der Begeisterung dieser Geschichte auch sehr gern noch „Finster“ lesen werde!

Das Buch hat mir wirklich verdammt gut gefallen. Es spielt in den 80ziger-Jahren, was ich schon an sich interessant fand, und der ganzen Story auch einen zusätzlichen Charme gab. Es gibt keine Handys, um mit Leuten in Kontakt zu treten, und selbst die Erfindung von Anrufbeantwortern ist noch recht frisch. Dann ist die Insel auch noch autofrei - es wirkte richtig entschleunigend und ich persönlich habe die digitale Welt auch nicht vermisst.

Bereits mit dem Anfang hatte der Autor mein Leseinteresse, weil ich unbedingt erfahren wollte, was mit dem Kind passiert. Der Aufbau, dass die Kapitel aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden, hat mir sehr gut gefallen. Ich bin praktisch durch die kurzen Kapitel nur so geflogen und habe neugierig die Personen, ihre Geschichten und ihre Verbindungen zueinander aufgesaugt. Kommissar Stahl ist mir dabei sehr sympathisch gewesen und gerade die Dynamik mit Kommissar Böhm hat mir zu Beginn auch sehr gefallen, wie die beiden als „alter Hase“ und „junger Ermittler“ in die Ermittlungen gestartet sind. Während alles mit dem Vermisstenfall startet, haben sich die Ereignisse schnell fortentwickelt und ich habe mich als Leser gefragt, wer überhaupt noch sicher ist.

Sehr durchdacht fand ich die Namensgebungen, damit hat der Autor uns wirklich viele Möglichkeiten für Überlegungen und Vermutungen geboten und generell gab es immer mal wieder Charaktere, die in ihrem Verhalten verdächtig wirkten. Auf der Insel Liekenoog gibt es auf jeden Fall so einiges an Geheimnissen und das Miträtseln hat mir beim Lesen wirklich auch viel Spaß gemacht. Ich habe mich immer richtig auf meine abendliche Lese-Session gefreut. Die Entwicklungen zum letzten Drittel ging mir dann aber schon fast zu schnell, ich hätte noch so gern länger in den Ermittlungen gesteckt und habe die Enthüllung so irgendwie nicht kommen sehen. Besonders gut fand ich dann auch die Szene auf der Rückreise; hier habe ich mich selbst ertappt, dass mir die Dinge zwar auch seltsam vorkamen, ich sie aber zuvor nicht so hinterfragt habe wie Kommissar Stahl.

Ich hoffe wirklich sehr, dass der Autor die Reihe fortsetzt, weil er mit seinem Hauptcharakter eine wirklich coole wie sehr sympathische Figur erschaffen hat.

Für mich verdient das Buch 4,5 von 5 Sternen. Es war spannend und hat echt viel Spaß beim Lesen gemacht. Gerade für den Urlaub ein toller Thriller. Eine kleine Zeitreise mit einigen Überraschungen, unterschiedlichen Motiven und mehreren Toten. Definitiv zu empfehlen!