tolles Ermittlerduo mit Hoffnung auf Fortsetzung

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littlecalimero Avatar

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Dunkel Land von Roxann Hill vom Harper Collings Verlag

Inhalt: Verena Hofer fährt mit ihrer Nichte Amelie zum Gut Wuthenow, wo sie für einige Zeit den Neffen Carl aufgrund einer Schussverletzung und einer sich daraus entwickelten Amnesie betreuen und aufgrund ihrer Ausbildung zur Literaturwissenschaftlerin an der Uni Nürnberg sein Gedächtnis trainieren soll. Was sie erst dann erfährt ist, dass er Kriminalist und freiberuflicher Berater der Staatsanwaltschaft ist und einen neuen Fall erhalten hat. Und Verena bleibt nichts anderes übrig, als ihm dabei zur Hand zu gehen, denn ein Mord wird in der rechten Szene ermittelt.....

Mein Fazit: Cover und Titel gefallen mir ausgesprochen gut und im Laufe des Buches versteht man auch, was es mit diesem doch anfangs merkwürdigen Titel auf sich hat. Interessant ist auch, wie Verena aufgrund ihres Jobs das Gedicht von Theodor Fontane Herr Ribbeck auf Ribbeck im Havelland immer wieder einfließen lässt und verwendet. Tolle Kombination und wirklich eindrucksvoll eingesetzt.

Der Einstieg ins Buch beginnt mit dem Fontane Gedicht, weiter zum Tathergang und dann der Start von Verena auf Gut Wuthenow. Zuerst ist man etwas verwirrt, weil alles drei irgendwie gar nicht so zusammen passt, aber im Laufe der Kapitel kombiniert man immer mehr und es macht wirklich Freude, dieses Buch zu lesen. Es wird von Tag zu Tag der Ermittlungen spannender, gerade auch wie Verena und Carl zusammen ermitteln, kombinieren, zusammen mit dem Kommissar und der Staatsanwältin.
Es passieren von Tag zu Tag mehr Sachen, die eigentlich überhaupt nicht zusammen passen und man fiebert mit, überlegt, versucht selbst zu kombinieren.
Ich habe mich regelrecht mitgerissen gefühlt. Ich konnte mich auch wunderbar in Verenas Gefühlswelt hineinversetzen, die aus einer ruhigen, unbedarften Welt auf einmal in eine Mordermittlung reingezogen wird, die wirklich grauenhaft ist und sie sich teilweise doch überfordert fühlt, aber dennoch nicht aufgeben kann, weil sie schon zu sehr drin hängt und hofft, dass sie damit andere Opfer retten kann..
Gelungene Einschübe eines Opfers, eintauchen in die schräge Welt der Opfer, die Chancenlosigkeit, die Verdächtigen und wie gegen sie ermittelt wird- einfach super dargestellt, auch wenn es teilweise ziemlich hart ist.

Die Protagonisten hat Roxanna Hill sehr authentisch und passend auftreten lassen- einerseits trocken und nicht gerade gesprächig, wie Carl es ist, aber auch, wie er mit seiner Einschränkung umgeht und versucht, sein Kurzzeitgedächtnis zu schulen, damit die Erinnerungen bleiben. Und dem gegenüber Verena, die aufgrund ihrer überraschenden Rolle als neue Mama ihrer Nichte viele Emotionen durchlebt, dennoch kämpft, für sich, für ihre neue Situation, aber auch um ihrem neuen Schützling zu helfen.
Amelie selber, eigentlich noch Kindergartenkind, kommt süss und trotz des Verlustes ihrer Mama sehr tapfer rüber und weiß ganz genau, was sie will und wie sie es erreicht und ist ganz schön selbstbewusst.

Das Verhältnis zu den Angestellten, wie Stella der Köchin oder dem Colonel kam auch so toll rüber, nie übertrieben, jeder mit seiner Geschichte, mit seiner Eigenart und dennoch absolut passend zur Geschichte.

Ich bin wirklich sehr begeistert gewesen, auch weil das Ende überhaupt nicht absehbar war und ich hoffe sehr, dass es noch Fortsetzungen dieses knuffigen Ermittlerduos gibt, denn es hat meine Erwartungen wirklich übertroffen.