Authentischer Geheimdienstthriller

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Der Thriller Dunkelmann von Lars Findsen und Jacob Weinreich hat mich vor allem deshalb interessiert, weil hier jemand mitschreibt, der selbst jahrelang Chef des dänischen Nachrichtendienstes war. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an die Authentizität - und tatsächlich merkt man dem Roman an vielen Stellen an, dass hier Insiderwissen einfließt.

Der Thriller greift ein sehr aktuelles geopolitisches Thema auf und wirkt dadurch überraschend nah an der Realität. Besonders positiv ist mir der eher nüchterne, klare Schreibstil aufgefallen. Die Kapitel sind angenehm kurz und es gibt regelmäßige Perspektivwechsel, wodurch die Handlung dynamisch bleibt und sich schnell lesen lässt.

Was mir außerdem gut gefallen hat: Die Figuren sind keine typischen Überhelden, wie man sie aus vielen Geheimdienstthrillern kennt. Maja Birk und Daniel Hartmann wirken deutlich menschlicher, machen Fehler und können eben nicht immer alles perfekt. Gerade das macht die Geschichte glaubwürdig und hebt den Roman ein Stück weit von anderen Büchern aus dem Genre ab.

Ganz überzeugt hat mich allerdings nicht jede Handlungsebene. Die Nebenhandlung rund um Ramin wirkte auf mich etwas überflüssig und fügte sich am Ende nicht wirklich überzeugend in die Hauptgeschichte ein. Auch das Ende hat mich nicht vollständig abgeholt.

Trotz dieser kleineren Schwächen ist Dunkelmann ein spannender und angenehm realistischer Geheimdienstthriller, der sich durch seine Figuren und seinen authentischen Ton von vielen Genrevertretern abhebt.

Eigentlich wären das für mich solide 4 Sterne. Aber ich muss zugeben: Das Buch ist auch einfach unglaublich schön gemacht. Cover und Farbschnitt sind wirklich ein Hingucker. Deshalb gibt es von mir am Ende doch 5 Sterne.