Geheimdienst, Machtpolitik und ein brisanter Wettlauf um Einfluss

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nikko_yarop Avatar

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Mit Dunkelmann legen Lars Findsen und Jacob Weinreich einen hochaktuellen und spannungsgeladenen Thriller vor. Der politische Thriller verbindet reale geopolitische Konflikte mit rasanter Agentenhandlung und sorgt so für eine äußerst brisante Atmosphäre. Besonders da einer der Autoren selbst Erfahrungen als Chef des dänischen Geheimdienstes mitbringt, die die ganze Geschichte noch realer wirken lässt.

Im Mittelpunkt stehen die Geheimdienstmitarbeiter Maja Birk und Daniel Hartmann. Während Daniel als Analyst eine verdächtige Unstimmigkeit bei der Einreise einer chinesischen Delegation entdeckt, wird Maja mit den Ermittlungen betraut. Schnell wird klar, dass sich hinter der falschen Identität eines Delegationsmitglieds ein gefährliches politisches Komplott verbergen könnte. Die Situation eskaliert zunehmend, und Majas Recherchen bringen nicht nur die Wahrheit ans Licht, sondern auch sie selbst und Menschen in ihrem Umfeld in große Gefahr.

Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert und führt von einem riskanten Einsatz in der Türkei von Maja, über Ermittlungen in Dänemark bis hin zu einem dramatischen Finale in Grönland. Besonders spannend ist dabei der politische Hintergrund, denn die Machtinteressen rund um Rohstoffe, strategische Gebiete und die chinesische „Neue Seidenstraße“ verleihen der Handlung eine beunruhigende Nähe zur Realität.

Der Schreibstil ist sehr fesselnd, sodass man schnell in die Geschichte hineingezogen wird. Die relativ vielen Kapitel (100 Kapitel auf 500 Seiten) waren sehr gut gesetzt, da durch die ständigen Perspektivwechsel die Geschichte permanent spannend geblieben ist. Allerdings muss man umso mehr bei der Sache bleiben, da besonders am Anfang viele Charaktere und deren Situationen vorgestellt werden und es mit den Perspektivwechsel dann doch etwas schwierig sein könnte bei jedem weiteren Wechsel sich wieder in die Situation einzufinden. Da ich das Buch an einem Tag gelesen habe, war das kein Problem, wenn man vor hat es über längere Zeit zu lesen sollte man sich anfangs vielleicht Stichpunkte machen.

Auch die Figuren sind gelungen gezeichnet. Maja und Daniel wirken authentisch und menschlich, da neben der gefährlichen Geheimdienstarbeit auch ihr Privatleben immer wieder eine Rolle spielt. Der Kontrast zu einem relativ geregelten „normalen“ Privatleben mit Beziehungsproblemen und ihrem gefährlichen und unplanbarem Beruf macht das Buch erstrecht interessant. Zudem sind die Nebenfiguren sehr gelungen und sorgen für mehr Abwechslung und Spannung.

Fazit:
Ein rasanter, politisch brisanter Agententhriller, der Realität und Fiktion geschickt miteinander verbindet und mit Spannung, Aktualität und glaubwürdigen Figuren überzeugt