Düsteres Abenteuer in Prag

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Der 13jährige Jirka, das Mädchen En/Anastasia und ihr Cousin Tonda haben sturmfreie Bude. Jirka soll während der Reise seiner Eltern seinen Großvater versorgen und Ens Großmutter ist keine ernstzunehmende Aufpasserin. So vermisst zunächst niemand die drei Jugendlichen, die im fiktiven Prager Stadtviertel Prašina zwischen Wenzels- und Karlsplatz dem Rätsel auf der Spur sind, warum dort eine sonderbare Dunkelheit herrscht, die sich auszudehnen scheint. Was wachsen kann, könnte theoretisch die übrige Welt ersticken. Es gibt in Prašina nicht nur keine Stromversorgung, sondern Telefone u. a. moderne Geräte funktionieren hier nicht. So muss die Dreierbande sich umstellen von der gewohnten Navigations-App auf dreidimensionales Denken, denn der düstere Bereich ist ein herausforderndes Labyrinth aus Gassen, Passagen, Hinterhöfen und Kellergewölben, deren Verbindung untereinander mit mancher Überraschung aufwartet. Hier orientiert man sich am besten, indem man sich Wege merkt, da sich die Schleichwege kaum auf gedruckten Plänen abbilden lassen. Selbst wer eine Karte hätte, wäre nicht geschützt vor Brücken, Treppen oder schmiedeeiserne Toren, die überraschend den Weg abschneiden. Jirka fand das Viertel schon immer unheimlich; denn seine Mutter, die hier aufgewachsen ist, wurde stets ein anderer Mensch, wenn sie nach Prašina zu Besuch kam.

Die Begegnung mit einem geheimnisvollen Fremden in der Wohnung von Jirkas Großvater ist der Einstieg in ein atemberaubendes Abenteuer, das an Tempo zulegt, weil die jugendlichen Helden sich gegenseitig schwer einschätzen können. Und ausgerechnet in dieser Situation fällt Jirka auf, wie attraktiv und intelligent er „Em“ doch findet. Erwachsene Gegenspieler kämpfen derweil mit harten Bandagen um eine Konstruktion, die weit bis in die Studienzeit des Großvaters zurückreicht. Als sich eine Verbindung des bröckelnden Viertels zur Neuzeit andeutet und das Wissen des Großvaters der Schlüssel sein könnte, dämpft das zwar dezent die Spannung. Das Labyrinth aus Lost Places und die von ihren gewohnten elektronischen Kommunikationswegen abgeschnittenen Abenteurer haben mir als erwachsene Leserin jedoch weiter großes Vergnügen bereitet.

Fazit
Prag als faszinierender Schauplatz, ein düsteres Abenteuer Dreizehnjähriger, die sich ihrer Beziehung noch unsicher sind, und ein Schlüssel zum Ganzen, der aus der Vergangenheit stammt – unbedingt empfohlen für die Zielgruppe ab 11 Jahre.

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Serieninfo: Band 1 von 4