Zwischen Grimoire-Kult und Gregs Chaos

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Optisch und gestalterisch ist dieser Band ein absoluter Volltreffer. Die Mischung aus Tagebuch-Einträgen auf liniertem Papier, handschriftlichen Notizen, eingeklebten Skizzen und den herrlich fiesen, leuchtenden Illustrationen erinnert sofort an klassische Horror-Magazine, schlägt aber gleichzeitig die perfekte Brücke zu modernem Comic-Roman-Chaos. Man schlägt das Buch auf und wird optisch regelrecht hineingezogen.

Auch der Tonfall trifft genau meinen Nerv: Der Erzähler fackelt nicht lange mit zähen Erklärungen herum, sondern schmeißt einen mitten in das absolute Desaster. Aus Neugier ein paar leuchtende Mini-Monster gerufen, dafür sämtliche Glühbirnen aus den Lampen und der Mikrowelle stibitzt, und zack – schon zerlegen die Biester die Bude, tauchen in der Kloschüssel ab und zerschreddern das Zimmer, während die Eltern ahnungslos beim Elternabend sitzen. Das ist herrlich respektlos, unkonventionell und strotzt vor anarchischem Humor.

Besonders gefällt mir der Umgang mit Zwergpudel Jowo: Statt das Tier brav zu schonen, wirft der Junge den Irrwicht kurzerhand in den Hundenapf, um den Terrier-Instinkt zu wecken. Das Resultat – ein Pudel, der das Monster schnappt, mit blau leuchtendem Maul durch die Küche heult und abgerissene Feenflügel, die mit Klebestreifen als alchemistische Beute ins Tagebuch geklebt werden – ist wunderbar makaber und erfrischend schräg.

Es gibt kein falsches Pathos und keine weichgespülten Botschaften, sondern echten Forscherdrang mit Schrammen, Blut auf den Seiten und handfestem Ärger am Hals. Die Ankündigung der „Drei Alchemisten“ und das Auftauchen des mysteriösen Grimoires machen sofort Lust auf mehr. Kurzum: Das macht von der ersten bis zur letzten Seite der Probe einfach nur Laune, und ich will unbedingt wissen, wie dieses Trio das Haus und den nächsten Tag übersteht.