Liebenswert unangepasstes Mädchen rebelliert gegen die Realität
Die dreizehnjährige Arkadia Fink wird von allen Moll genannt und weiß sehr genau, was sie will. Sie möchte berühmt werden, auf einer Bühne stehen und singen. Und sie weiß auch, wie sie das schaffen kann. Sie muss in den berühmten Knabenchor aufgenommen werden, für den neue Talente in ihrer Dorfschule gesucht werden. Es stört sie nicht, dass sie bei aller Begabung die Grundvoraussetzung nicht erfüllen kann. Ein großer öffentlicher Auftritt wird ihre Mutter zurückholen, die vor fast neun Monaten nur kurz weggegangen ist, das weiß Arkadia sicher.
Denn die Liebe zur Musik hat Mutter und Tochter seit jeher verbunden. Schon als kleines Kind war Arkadia dabei, wenn ihre Mutter komponierte. Von ihr hat sie die Überzeugung übernommen, dass Beethoven eine Frau war, eine große Tondichterin. In dem bayrischen Dorf stießen diese Ideen nur auf Unverständnis. Auch Arkadias Vater, der die Familie kaum mit seinem Verdienst als Schreiner ernähren kann, hatte damit Probleme. Hinzu kamen die ungewöhnlichen und nicht immer ungefährlichen Unternehmungen, die die Mutter mit Arkadia durchgeführt hat.
Der Roman wird konsequent aus der Sicht von Arkadia erzählt. Sie ist eigensinnig, widerspenstig, geht über eigene und fremde Grenzen, aber sie hat auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Für ihr Ziel arbeitet sie verbissen, sie stiehlt und betrügt. Wenn es sein muss, haut sie auch zu. Respekt vor Autoritäten hat sie nicht, den muss man sich bei ihr verdienen. Arkadia ist ein bisschen anarchisch, eine Grenzgängerin. Aber hinter der Fassade ist sie ein Mädchen, das sehr verletzlich ist. Sie lässt niemanden so richtig an sich heran, seit ihre Mutter kurz weggegangen ist. Ihr Vater ist auch keine Hilfe, er arbeitet nicht mehr und weint nur noch in der Werkstatt.
Arkadia schafft es tatsächlich, zu den Chorproben zugelassen zu werden. Aber der Weg auf die große Bühne ist nicht so leicht, wie sie ihn sich vorgestellt hat. Sehr anschaulich wird der Druck beschrieben, dem schon Kinder hinter den Kulissen ausgesetzt sind. Die Proben sind hart, der Ton gegenüber den Kindern ist zumindest Anfang der 1990er verächtlich. Mit der Aussicht auf den großen Auftritt wächst der Konkurrenzdruck unter den Kindern und die Anforderungen und destruktive Kritik des Chorleiters steigen über ein akzeptables Maß hinaus. Außerdem erfüllt Arkadia das entscheidende Kriterium natürlich immer noch nicht. Sie ist und bleibt ein Mädchen.
Mich hat dieser Roman um dieses unangepasste, verletzliche Mädchen sehr beeindruckt. Die Sichtweise einer Dreizehnjährigen ist auch sprachlich absolut glaubwürdig umgesetzt, ohne für ältere Erwachsene zu kindisch zu klingen. Neben der Entwicklungsgeschichte des Mädchens steht die Musik im Vordergrund, insbesondere der Chorgesang. Es ist deutlich zu spüren, dass der Autor über ein sehr profundes Wissen verfügt. Die Benachteiligung von Frauen wird sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Ohne persönliche Erfahrung mit Chorgesang habe ich viel dazu gelernt.
Ein humorvolles, unterhaltsames und tiefgründiges Buch, mit einer liebenswerten Hauptfigur, die ich nicht so schnell vergessen werde.
Denn die Liebe zur Musik hat Mutter und Tochter seit jeher verbunden. Schon als kleines Kind war Arkadia dabei, wenn ihre Mutter komponierte. Von ihr hat sie die Überzeugung übernommen, dass Beethoven eine Frau war, eine große Tondichterin. In dem bayrischen Dorf stießen diese Ideen nur auf Unverständnis. Auch Arkadias Vater, der die Familie kaum mit seinem Verdienst als Schreiner ernähren kann, hatte damit Probleme. Hinzu kamen die ungewöhnlichen und nicht immer ungefährlichen Unternehmungen, die die Mutter mit Arkadia durchgeführt hat.
Der Roman wird konsequent aus der Sicht von Arkadia erzählt. Sie ist eigensinnig, widerspenstig, geht über eigene und fremde Grenzen, aber sie hat auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Für ihr Ziel arbeitet sie verbissen, sie stiehlt und betrügt. Wenn es sein muss, haut sie auch zu. Respekt vor Autoritäten hat sie nicht, den muss man sich bei ihr verdienen. Arkadia ist ein bisschen anarchisch, eine Grenzgängerin. Aber hinter der Fassade ist sie ein Mädchen, das sehr verletzlich ist. Sie lässt niemanden so richtig an sich heran, seit ihre Mutter kurz weggegangen ist. Ihr Vater ist auch keine Hilfe, er arbeitet nicht mehr und weint nur noch in der Werkstatt.
Arkadia schafft es tatsächlich, zu den Chorproben zugelassen zu werden. Aber der Weg auf die große Bühne ist nicht so leicht, wie sie ihn sich vorgestellt hat. Sehr anschaulich wird der Druck beschrieben, dem schon Kinder hinter den Kulissen ausgesetzt sind. Die Proben sind hart, der Ton gegenüber den Kindern ist zumindest Anfang der 1990er verächtlich. Mit der Aussicht auf den großen Auftritt wächst der Konkurrenzdruck unter den Kindern und die Anforderungen und destruktive Kritik des Chorleiters steigen über ein akzeptables Maß hinaus. Außerdem erfüllt Arkadia das entscheidende Kriterium natürlich immer noch nicht. Sie ist und bleibt ein Mädchen.
Mich hat dieser Roman um dieses unangepasste, verletzliche Mädchen sehr beeindruckt. Die Sichtweise einer Dreizehnjährigen ist auch sprachlich absolut glaubwürdig umgesetzt, ohne für ältere Erwachsene zu kindisch zu klingen. Neben der Entwicklungsgeschichte des Mädchens steht die Musik im Vordergrund, insbesondere der Chorgesang. Es ist deutlich zu spüren, dass der Autor über ein sehr profundes Wissen verfügt. Die Benachteiligung von Frauen wird sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Ohne persönliche Erfahrung mit Chorgesang habe ich viel dazu gelernt.
Ein humorvolles, unterhaltsames und tiefgründiges Buch, mit einer liebenswerten Hauptfigur, die ich nicht so schnell vergessen werde.