Ein Bilderbuch über Achtsamkeit und Entschleunigung

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mrs.beee Avatar

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Das Bilderbuch „Eilig, so unglaublich eilig!“ von Christian Merveille erzählt eine Geschichte, die nicht nur Kinder anspricht, sondern auch Erwachsene.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein kleiner Hase, der es schrecklich eilig hat. Er rennt unaufhörlich, stolpert, verliert seinen Hut und zieht mit seiner ungestümen Art sofort in die Geschichte hinein. Alles scheint dringend und alles scheint sofort erledigt werden zu müssen. Dabei übersieht der Hase so viel Schönes: die kleinen Begegnungen, die freundlichen Gesichter und die schöne Natur um ihn herum. Der kleine Hase verpasst quasi alles, was den Tag besonders macht.

Mit sanfter Leichtigkeit zeigt die Geschichte, wie anstrengend dieses ständige Rennen sein kann und wie wohltuend es ist, einfach einmal stehen zu bleiben und innezuhalten. Ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit viel Feingefühl lädt das Buch dazu ein, über das eigene Tempo nachzudenken. Müssen wir wirklich immer schneller sein? Oder liegt das Glück vielleicht im bewussten Wahrnehmen?

Die farbenfrohen, detailreichen Bilder von Lorenzo Sangiò unterstreichen diese Botschaft auf liebevolle Weise. Sie erzählen oft noch ein wenig mehr als der Text und laden dazu ein, viel zu entdecken.

Gelungen finde ich das Ende. Es lädt dazu ein, das Buch noch einmal von vorn zu lesen und genauer hinzuschauen. Beim erneuten Anschauen des Bilderbuches entdeckt man in den Bildern viele kleine Details, die zuvor vielleicht übersehen wurden. So wird die Geschichte selbst zu einer Übung in Achtsamkeit. Ich schaue genauer hin und nehme dadurch mehr wahr.

Das Buch ist eine zarte Erinnerung daran, dass Zeit nicht nur etwas ist, das uns antreibt, sondern auch ein Geschenk, das wir genießen dürfen. Ein Buch, das Kinder behutsam begleitet und Erwachsene vielleicht ebenfalls einen Moment lang innehalten lässt.

Lesenswert!