Die Einsamkeit derer, die bleiben

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ichundelaine Avatar

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Was mich an dem Ausschnitt vor allem beschäftigt hat, ist Penningtons Einsamkeit. Sein Wunsch nach einem Hund wirkt zunächst beinahe beiläufig, bekommt aber vor dem Hintergrund von Davas Alzheimer-Erkrankung eine ganz andere Bedeutung: Er sucht jemanden, der da ist, der zuhört und auf den er noch Einfluss nehmen kann. Die Begegnung mit Luna verstärkt dieses Bedürfnis auf eigentümliche Weise. Gerade weil sie selbst gezeichnet und verletzlich ist, fühlt er sich von ihr angesprochen – und die vermeintliche Verständigung zwischen den beiden lässt offen, ob hier tatsächlich etwas Übernatürliches geschieht oder ob Pennington in Luna nur etwas hört, das mit seinem eigenen Zustand zu tun hat. Diese Ungewissheit gefällt mir, weil der Text sie nicht vorschnell auflöst.

Noch stärker wirkt auf mich allerdings die Entdeckung von Davas Manuskripten. Pennington muss erkennen, dass seine Frau ein Leben und eine Innenwelt hatte, die ihm weitgehend verborgen geblieben sind – und dass er sie vielleicht gerade deshalb nie so gut kannte, wie er geglaubt hat.

Besonders gelungen finde ich dabei, wie sich die verschiedenen Formen von Verlust miteinander verbinden: Dava verliert durch ihre Krankheit zunehmend ihre Vergangenheit, Pennington verliert Dava, wie er sie kannte, und Luna trägt ihre eigene Vergangenheit buchstäblich am Körper. Diese Verflechtungen machen wirklich Lust darauf, weiterzulesen.