Interessant, aber schwer

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therealmike Avatar

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Diese Leseprobe hat mich mit ihrer unaufgeregten, aber sehr genauen Beobachtungsgabe überzeugt. Der Auftakt mit dem Mann auf dem Markt und seinem Husky, der Pennington zum eigenen Wunsch nach einem Hund inspiriert, wirkt zunächst wie eine ruhige, fast beiläufige Alltagsszene, entfaltet dann aber Schicht für Schicht die ganze Tragik seines Lebens: die Frau im Pflegeheim, die ihn nicht mehr erkennt, die Assistentin, an der er sich unausgesprochen festhält, der literarische Ruhm, der ihm zu entgleiten droht.

Besonders die Szenen mit Dava im Pflegeheim haben mich sehr berührt, dieses Wechselspiel zwischen kurzen Momenten des Wiedererkennens und der völligen Fremdheit, mit der sie ihn manchmal ansieht. Die Autorin beschreibt diesen Verlust mit großer Präzision, ohne ins Sentimentale abzugleiten, etwa wenn Pennington sich fragt, wer da eigentlich neben ihm sitzt, wenn Dava ihn nicht erkennt.

Die Wendung mit Luna, dem verletzten Hund, der plötzlich zu ihm zu sprechen scheint, hat mich überrascht und gleichzeitig etwas ratlos zurückgelassen. Dieser Bruch mit dem Realismus, den der Roman bis dahin so sorgfältig aufgebaut hat, wirkt gewagt, ich bin gespannt, ob sich das im weiteren Verlauf als Penningtons beginnende Verwirrung, als literarisches Stilmittel oder tatsächlich als etwas Übernatürliches entpuppt. Die Enthüllung um Davas verstecktes Romanmanuskript in der Hauswand und die darin verarbeitete Affäre mit Svetlana hat dagegen eine ganz andere, sehr menschliche Wucht, dieses jahrzehntelange Doppelleben, das erst durch die Krankheit und den Verfall ans Licht kommt, wirft ein neues, verstörendes Licht auf die ganze Ehe.

Diese Verbindung aus Demenz, künstlerischem Ehrgeiz, verborgener Liebe und der rätselhaften Hundefigur macht neugierig, wie diese verschiedenen Fäden im weiteren Verlauf zusammengeführt werden.