Spannend

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anniro200 Avatar

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Julie Orringer entfaltet ein packendes, vielschichtiges Beziehungs- und Künstlerdrama, das durch die moralische Grenzüberschreitung von Barr sofort einen enormen Sog entwickelt. Das Entwenden des Manuskripts der eigenen, an Demenz erkrankten Frau ist ein erschütternder Akt des Verrats, der drängende Fragen nach Urheberschaft, Macht und der Würde des Erinnerns aufwirft.

Besonders faszinierend wirkt der Kontrast zwischen Davas schwindendem Gedächtnis, ihrer verbotenen Liebe zu Svetlana und Barrs Anmaßung, ihr Leben narrativ zu vereinnahmen. Mit der Einbindung der Hündin als verbindendes Element erhält die Geschichte zudem eine berührende, geerdete Note. Ein psychologisch tiefgründiger, hochspannender Roman über die Fragilität der Identität und die dunklen Abgründe akademischer und ehelicher Dynamiken.