Spannendes Buch

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kaylaliest Avatar

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Schon das Cover von „Ein guter Charakter“ von Julie Orringer hat mich neugierig gemacht. Ich mag die eher reduzierte, literarische Gestaltung sehr, weil sie nicht sofort verrät, was einen erwartet. Gerade dadurch wirkt das Cover besonders und lässt viel Raum für die Geschichte dahinter. Auch der Titel hat mich direkt angesprochen, denn nach der Leseprobe bekommt die Frage, was eigentlich einen „guten Charakter“ ausmacht, noch einmal eine ganz andere Bedeutung.

Die Leseprobe hat mich vor allem durch ihre ruhige und gleichzeitig sehr emotionale Art überzeugt. Mit Pennington lernen wir einen Mann kennen, dessen Leben von Einsamkeit, Verlust und Veränderung geprägt ist. Besonders die Szenen mit seiner Frau Dava, die inzwischen in einer Pflegeeinrichtung lebt und ihn aufgrund ihrer Erkrankung nicht immer erkennt, fand ich unglaublich berührend. Die kleinen Momente, in denen Erinnerungen plötzlich wieder aufblitzen und sie für einen Augenblick wieder die Frau zu sein scheint, die er einmal kannte, haben bei mir besonders nachgewirkt.

Gleichzeitig finde ich Pennington als Figur sehr interessant, weil er keineswegs nur sympathisch gezeichnet wird. Seine Gedanken und sein Verhalten gegenüber seiner jungen Rechercheassistentin Evie haben bei mir direkt ein gewisses Unbehagen ausgelöst. Genau das macht ihn aber auch spannend. Ich hatte schon nach wenigen Seiten das Gefühl, dass dieser Roman seine Figuren nicht einfach in „gut“ und „schlecht“ einteilen wird.

Besonders neugierig hat mich schließlich Luna gemacht. Dass Pennington ausgerechnet auf die schwer von einem Brand gezeichnete Hündin aufmerksam wird, obwohl er ursprünglich von einem schönen Husky träumt, fand ich sehr berührend. Für mich deutet sich hier bereits an, dass die Begegnung mit Luna weit mehr sein könnte als die Geschichte eines Mannes, der sich gegen seine Einsamkeit einen Hund anschafft.

Julie Orringers Schreibstil hat mir dabei sehr gut gefallen. Er ist ruhig, genau beobachtend und schafft es, Gefühle entstehen zu lassen, ohne sie ständig aussprechen zu müssen. Schon in der Leseprobe stecken so viele Themen wie Liebe, Erinnerung, Einsamkeit, Vergänglichkeit und die Frage danach, was einen Menschen letztendlich ausmacht.

Ich würde mich deshalb sehr freuen, „Ein guter Charakter“ als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen. Die Leseprobe hat mich emotional berührt, gleichzeitig aber auch viele Fragen aufgeworfen, auf deren Antworten ich sehr gespannt bin. Vor allem möchte ich erfahren, wie Luna Penningtons Leben verändern wird und welche Entwicklung dieser alles andere als einfache Charakter im Laufe der Geschichte durchmacht.