Charaktervolles Buch
Ein guter Charakter von Julie Orringer ist ein Roman, der schon durch sein Cover und die Titelwahl auffällt und neugierig macht.
Im Mittelpunkt des Romans steht eine Professorin, die an Demenz erkrankt, und ihr Mann, der allmählich seine Frau verliert und an Gewissensbissen leidet. Ausgangspunkt dafür ist ein Vertrauensmissbrauch: Ein Manuskript der Erkrankten wird in verfremdeter Form zum eigenen Werk gemacht und krönt dessen schriftstellerische Karriere.
Doch der Roman bleibt nicht bei diesem Konflikt stehen, sondern öffnet den Blick auf Beziehungen, Gefühle und Biografien, die sich gegenseitig ergänzen und in ihrer Komplexität nach und nach greifbar werden.
Interessant ist auch der Aufbau: Orringer erzählt über Kapitel und Perspektiven hinweg, sodass man immer wieder neue Blickwinkel und Zeitebenen einnimmt. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Gesamtbild, in dem sich Informationen erst später sinnvoll zusammenfügen.
Die Demenz wird - konträr zu diesem sich schließenden Gesamtbild - als langsamer, schmerzhafter Verlust erlebbar gemacht.
Insgesamt war es für mich eine über weite Strecken tiefgründige und fesselnde Leseerfahrung - zu empfehlen für alle, die Geschichten mögen, die sich über Perspektiven, Zeit und Beziehungskonstellationen erschließen.
Im Mittelpunkt des Romans steht eine Professorin, die an Demenz erkrankt, und ihr Mann, der allmählich seine Frau verliert und an Gewissensbissen leidet. Ausgangspunkt dafür ist ein Vertrauensmissbrauch: Ein Manuskript der Erkrankten wird in verfremdeter Form zum eigenen Werk gemacht und krönt dessen schriftstellerische Karriere.
Doch der Roman bleibt nicht bei diesem Konflikt stehen, sondern öffnet den Blick auf Beziehungen, Gefühle und Biografien, die sich gegenseitig ergänzen und in ihrer Komplexität nach und nach greifbar werden.
Interessant ist auch der Aufbau: Orringer erzählt über Kapitel und Perspektiven hinweg, sodass man immer wieder neue Blickwinkel und Zeitebenen einnimmt. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Gesamtbild, in dem sich Informationen erst später sinnvoll zusammenfügen.
Die Demenz wird - konträr zu diesem sich schließenden Gesamtbild - als langsamer, schmerzhafter Verlust erlebbar gemacht.
Insgesamt war es für mich eine über weite Strecken tiefgründige und fesselnde Leseerfahrung - zu empfehlen für alle, die Geschichten mögen, die sich über Perspektiven, Zeit und Beziehungskonstellationen erschließen.