Eine sehr berührende Geschichte

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lese-lotte Avatar

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Das wunderschöne Cover hat mich sofort begeistert und ist ein echter Blickfang.
Da das Thema des Buches Demenz ist, hat mich das Buch sehr gefesselt.

Die Erzählung rund um Barr und seine tiefe Hingabe gegenüber seiner Frau ist am Anfang sehr berührend. Allerdings nimmt die Geschichte eine unvorhergesehene Wendung und plötzlich steht der Ehemann gar nicht mehr so gut da.

Ein ganz besonderes Highlight war für mich die Nebengeschichte um die arme Seele aus dem städtischen Tierheim. Wie dieser Hund eine Verbindung mit Barr aufnimmt, fand ich wirklich sehr bewegend und sehr gut erzählt.

Überhaupt hat mich die Sprache des Buches die ganze Zeit über total begeistert. Die Autorin schreibt wirklich wunderschön und findet tolle Worte für schwierige Themen.

Besonders gut gefallen hat mir, wie das Thema Alzheimer umgesetzt wurde. Da meine eigene Mutter an dieser Krankheit erkrankt ist, betrifft mich das Thema persönlich und ich habe schon einige Bücher darüber gelesen.

Julie Orringer hat hier eine ganz andere Art gewählt sich diesem schwierigen Thema zu nähern. Sie zeigt die Erkrankung nicht klischeehaft, sondern bindet sie auf eine ganz eigene, tiefgründige Weise in die Familiendynamik ein.

Allerdings hatte das Buch für meinen Geschmack auch einige Längen. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Je nachdem, wer gerade an der Reihe war, konnte ich der Handlung mal besser und mal schlechter folgen.

Auch das Ende hat mich dann leider wieder weniger mitgenommen und emotional nicht mehr ganz so stark erreicht wie der fesselnde Anfang.

Trotz dieser kleinen Schwächen im Mittelteil und beim Finale ist „Ein guter Charakter“ für mich insgesamt ein sehr gutes Buch. Wer ruhige Geschichten mit einer großartigen Sprache mag und einen feinfühligen Blick auf das Thema Demenz sucht, wird dieses Buch sicher schätzen.

Für mich war es trotz allem eine absolut lohnenswerte und berührende Leseerfahrung.