Ergreifend

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ranke Avatar

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Der neue Roman von Julie Orringer, "Ein guter Charakter", hat mich von der ersten bis zur letzten Seite sehr berührt. Leider habe ich noch kein Buch von Orringer gelesen, daher kann ich nicht sagen, wie die anderen Romane sind.
Es handelt sich um eine amerikanische Familiengeschichte, die im intellektuellen Schriftstellermilieu spielt.
Mittelpunkt der Handlung ist das Professorenehepaar Barr und Dava Pennington und die nächsten Personen in deren Umfeld.
Das Buch beginnt in der Jetzt-Zeit, Barr lebt inzwischen allein im Haus im Mittelwesten der Staaten, die Söhne sind lange schon ausgezogen. Dava hat tragischerweise schon in jungen Jahren Alzheimer bekommen, sie versucht die Krankheit zunächst zu verbergen, ist inzwischen aber in einem so fortgeschrittenen Stadium, dass sie in einem Heim betreut werden muss.
Alle Protagonisten des Buches kommen selbst zu Wort und die Erzählung beginnt mit Barr, der sich gegen die Einsamkeit einen Hund aus dem Tierheim holen möchte.
Der Hund ist schwer durch Verbrennungen gezeichnet aber eben ein guter Charakter, denn darauf bezieht sich der Titel des Buches, der im Original "Luna, Phoenix, Queen" lautet und meiner Meinung nach besser gepasst hätte.
Die Menschen dieses Buches sind Charaktere und nicht alle gute. Alle verbergen Geheimnisse und Barr, der die Manuskripte seiner kranken Frau unter seinem Namen veröffentlichen will, hat einen wirklich schlechten Charakter.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die menschlichen Schicksale, besonders die Alzheimer-Erkrankung von Dava gehen wirklich sehr nah.
Das Schicksal des Hundes geht mir fast noch näher.