Wer hat einen guten Charakter?
Vordergründig ist die Handlung von "Ein guter Charakter" schnell erzählt. Barr und Dava Pennington sind Professoren, haben zwei Kinder und leben nach außen ein gutes Leben. Dava hat eine Affäre mit einer Kollegin, kriegt Alzheimer, muss ins Heim, Barr findet ihre Manuskripte und veröffentlicht sie unter seinem Namen. Interessant wird die Geschichte für mich durch ihren Aufbau. Anfangs sind die Kapitel aus der Sicht jeweils eines Protagonisten geschrieben. Aus der Sicht von Barr Pennington, dessen Assistentin Evi, seine Frau Dava, ihr Sohn James- es machte Spaß, am Anfang jeden Kapitels erst einmal herauszufinden, wer die Hauptperson in diesem Abschnitt ist. Gleichzeitig gibt es verschiedene Zeitebenen. Das Buch beginnt in der jetzigen Zeit, quasi gegen Ende der Geschichte. Durch Rückblenden und durch die verschiedenen Perspektiven erliest man sich nach und nach ein rundes Bild der Charaktere und ihres mehr oder weniger gemeinsamen Lebens. Dadurch wird das Buch lebendig und interessant.
Im letzten Drittel des Buches endet diese Erzählweise ganz plötzlich. Mitten im Kapitel aus der Sicht von Barrs und Davas Sohn James ist es plötzlich mit dem "er dachte" und "er nahm" vorbei und es wird aus der Außenperspektive weitererzählt. Gleichzeitig hören die Rückblenden auf und die Geschichte bleibt in der Jetztzeit. An dieser Stelle deckt James Barrs Betrug auf, der die Manuskripte seiner Frau unter seinem eigenen Namen veröffentlicht hatte. Also vermutlich kein zufälliger Wechsel der Erzählform. Dennoch hat es mich anfangs etwas irritiert und ich musste mich erst mal eingewöhnen.
Insgesamt ist "Ein guter Charakter" ein clever konstruierter Roman, der mich gut unterhalten hat.
Der deutsche Titel "Ein guter Charakter" macht mich etwas ratlos und ich frage mich, auf wen sich der Titel bezieht. Der Originaltitel "Luna, Phoenix, Queen", den ich erst nach Beenden des Buches entdeckt habe, gefällt mir deutlich besser als der deutsche Titel "Ein guter Charakter". Das Original lenkt die Aufmerksamkeit auf die Namensträgerin, eine Hündin, die in verschiedenen Phasen ihres Lebens die unterschiedlichen Namen trug und eine wichtige Nebendarstellerin im Buch ist.
Im letzten Drittel des Buches endet diese Erzählweise ganz plötzlich. Mitten im Kapitel aus der Sicht von Barrs und Davas Sohn James ist es plötzlich mit dem "er dachte" und "er nahm" vorbei und es wird aus der Außenperspektive weitererzählt. Gleichzeitig hören die Rückblenden auf und die Geschichte bleibt in der Jetztzeit. An dieser Stelle deckt James Barrs Betrug auf, der die Manuskripte seiner Frau unter seinem eigenen Namen veröffentlicht hatte. Also vermutlich kein zufälliger Wechsel der Erzählform. Dennoch hat es mich anfangs etwas irritiert und ich musste mich erst mal eingewöhnen.
Insgesamt ist "Ein guter Charakter" ein clever konstruierter Roman, der mich gut unterhalten hat.
Der deutsche Titel "Ein guter Charakter" macht mich etwas ratlos und ich frage mich, auf wen sich der Titel bezieht. Der Originaltitel "Luna, Phoenix, Queen", den ich erst nach Beenden des Buches entdeckt habe, gefällt mir deutlich besser als der deutsche Titel "Ein guter Charakter". Das Original lenkt die Aufmerksamkeit auf die Namensträgerin, eine Hündin, die in verschiedenen Phasen ihres Lebens die unterschiedlichen Namen trug und eine wichtige Nebendarstellerin im Buch ist.