Wenn die Familiengruft langsam voller wird als der Frühstückstisch
Die Leseprobe startet angenehm ungemütlich: tote Schwester, salzige Gruft, Familienfluch und eine Erzählerin, die versucht zu trauern, aber erstmal innerlich registriert, dass der Schmuck der Verstorbenen geschmacklich ein Verbrechen ist. Das hat schon einen guten Ton: düster, aber nicht komplett humorbefreit.
Annaleigh wirkt auf mich als Hauptfigur ruhig, aufmerksam und angenehm misstrauisch. Sie jammert nicht nur dekorativ in Schwarz herum, sondern merkt recht schnell, dass Eulalies Tod nicht ganz sauber wirkt. Bei einer Familie, in der die Schwestern offenbar im Jahresrhythmus aus dem Leben ausscheiden, ist Skepsis aber auch keine besondere Detektivleistung mehr, sondern eher gesunder Hausverstand.
Die Atmosphäre ist stark: Meer, Sturm, Salz, Krypta, verhängte Spiegel, Trauerrituale und eine Stiefmutter, die auf der Trauerfeier ihre Schwangerschaft verkündet. Timing wie ein Vorschlaghammer mit Satinschleife. Morella ist dadurch sofort interessant, auch wenn man noch nicht weiß, ob sie naiv, berechnend oder einfach sozial komplett unbetreut ist.
Etwas kritisch sehe ich, dass der Einstieg sehr viel Stimmung aufbaut und die Handlung dabei eher gemächlich aus der Gruft kriecht. Es ist schön geschrieben, keine Frage, aber manchmal auch ein bisschen sehr: Hier noch ein Meeresmotiv, dort noch ein schwarzes Band, da noch ein Donner. Ja, verstanden, es ist düster. Wirklich sehr düster.
Vom Niveau her würde ich es ab etwa 14/15 Jahren einschätzen, bei sensibleren Leser:innen eher ab 16. Sprachlich ist es gut zugänglich, thematisch aber nicht ganz leicht: Tod, Trauer, mögliche Selbsttötung, unheimliche Familiendynamik und eine insgesamt morbide Grundstimmung. Also eher für Jugendliche und Erwachsene, die Gothic-Fantasy, Familiengeheimnisse und schöne Kleider mit Todesfallquote mögen.
Unterm Strich: atmosphärisch stark, leicht überdramatisch, aber reizvoll genug, um weiterlesen zu wollen. Schon allein, um zu sehen, ob in diesem Haus irgendwann einmal jemand eine Mahlzeit beendet, ohne dass dabei ein Fluch, ein Erbfolgeproblem oder eine Leiche mit am Tisch sitzt.
Annaleigh wirkt auf mich als Hauptfigur ruhig, aufmerksam und angenehm misstrauisch. Sie jammert nicht nur dekorativ in Schwarz herum, sondern merkt recht schnell, dass Eulalies Tod nicht ganz sauber wirkt. Bei einer Familie, in der die Schwestern offenbar im Jahresrhythmus aus dem Leben ausscheiden, ist Skepsis aber auch keine besondere Detektivleistung mehr, sondern eher gesunder Hausverstand.
Die Atmosphäre ist stark: Meer, Sturm, Salz, Krypta, verhängte Spiegel, Trauerrituale und eine Stiefmutter, die auf der Trauerfeier ihre Schwangerschaft verkündet. Timing wie ein Vorschlaghammer mit Satinschleife. Morella ist dadurch sofort interessant, auch wenn man noch nicht weiß, ob sie naiv, berechnend oder einfach sozial komplett unbetreut ist.
Etwas kritisch sehe ich, dass der Einstieg sehr viel Stimmung aufbaut und die Handlung dabei eher gemächlich aus der Gruft kriecht. Es ist schön geschrieben, keine Frage, aber manchmal auch ein bisschen sehr: Hier noch ein Meeresmotiv, dort noch ein schwarzes Band, da noch ein Donner. Ja, verstanden, es ist düster. Wirklich sehr düster.
Vom Niveau her würde ich es ab etwa 14/15 Jahren einschätzen, bei sensibleren Leser:innen eher ab 16. Sprachlich ist es gut zugänglich, thematisch aber nicht ganz leicht: Tod, Trauer, mögliche Selbsttötung, unheimliche Familiendynamik und eine insgesamt morbide Grundstimmung. Also eher für Jugendliche und Erwachsene, die Gothic-Fantasy, Familiengeheimnisse und schöne Kleider mit Todesfallquote mögen.
Unterm Strich: atmosphärisch stark, leicht überdramatisch, aber reizvoll genug, um weiterlesen zu wollen. Schon allein, um zu sehen, ob in diesem Haus irgendwann einmal jemand eine Mahlzeit beendet, ohne dass dabei ein Fluch, ein Erbfolgeproblem oder eine Leiche mit am Tisch sitzt.