Zwölf Schwestern und ein düsterer Fluch.

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fönbo Avatar

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Erin A. Craigs Gothic-Märchen zieht Leserinnen und Leser von der ersten Zeile an in einen tiefen Bann.

Der Einstieg mit Eulalies Beerdigung etabliert eine wunderbar schaurige und schwermütige Stimmung.

Das einsame Anwesen Highmoor auf den stürmischen Klippen wird unheimlich bildhaft beschrieben. Hauptfigur Annaleigh erweist sich sofort als eine feinfühlige, tiefgründige und sehr nahbare Protagonistin. Die beklemmende Trauer über den Verlust von gleich vier Schwestern ist regelrecht zu spüren.

Der flüssige Schreibstil erschafft mühelos eine dichte Atmosphäre voller Salz, Wind und dunkler Geheimnisse. Die maritime Szenerie wirkt durch die feinen Details unglaublich lebendig und faszinierend.

Kleine Illustrationen am Kapitelanfang runden das optisch wunderschöne Gesamtbild perfekt ab. Die unterschwellige Bedrohung durch das Meer sorgt für eine konstant spürbare, nervenaufreibende Grundspannung.

Das klassische Märchenmotiv der zertanzten Schuhe wird hier auf eine herrlich düstere Weise neu interpretiert. Man möchte unbedingt erfahren, welches unheimliche Wesen nachts mit den Mädchen tanzt.

Die geschickte Balance zwischen Familiendrama und Mystery macht absolut süchtig nach der Auflösung.

Nach diesen wenigen Seiten gerät man selbst ins Grübeln über Wahrheit und mörderischen Wahn. Es deutet sich ein meisterhafter, schauerlicher Pageturner an, den man kaum weglegen kann.