Düster und atmosphärisch

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ann-liest Avatar

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In diesem Retelling des Märchens „Die zertanzten Schuhe“ zeigt die Autorin, dass sie es versteht eine magisch-düstere Atmosphäre zu erzeugen. Direkt am Meer in einem großen Herrenhaus platziert sie Protagonistin Annaleigh und ihre Familie. Nach dem Tod der Mutter und dem von vier ihrer insgesamt elf Schwestern geistert das Gerücht herum, die Familie sei von einem Fluch belegt.

Gekonnt spielt die Autorin mit Illusion und Realität, Traum und Wirklichkeit, Glanz und Grauen. So kommen durchaus Gruselelemente zum Einsatz und es mangelt auch nicht an Toten. Ich empfand den Einsatz von Ekel und Tod aber als passend und nicht plump eingesetzt. Mögen muss man es dennoch - es ist keine seichte Romantasy.

Annaleigh ist eine starke Protagonistin, die sich ihre eigene Meinung bildet, ihrer Überzeugung folgt, die Dinge hinterfragt und sich bedingungslos für ihre Schwestern einsetzt.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch die Liebesgeschichte hat nicht zu viel Raum eingenommen, sondern dem Märchen seinen Platz gelassen. Anfangs hätte die Geschichte vielleicht ein etwas höheres Erzähltempo vertragen, aber der Abschluss war wirklich turbulent und hat richtig Spaß gemacht. Für mich ein gelungenes Werk mit einem spannenden Thema, einer dichten Atmosphäre und einem tollen Worldbuilding.