Schaurig schön

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lesemaus2021 Avatar

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Märchen üben von jeher eine ganz besondere Faszination auf mich aus und für mich können sie gar nicht düster genug sein. Von daher war es klar, dass ich die Märchenadaption "Ein Haus aus Salz und Tränen" von "Die zertanzten Schuhe" lesen muss.

Erin A. Craig ist es aus meiner Sicht meisterhaft gelungen ein altes Volksmärchen mit moderaten Horror- und Gruselelementen modern nachzuerzählen. Im Mittelpunkt stehen
Annaleigh aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird und ihre elf Schwestern, von denen bereits vier Schwestern auf mysteriöse Weise verstorben sind.

Das maritime Setting, die stürmische Küste und ein altes Anwesen sorgen für eine unheimliche und teilweise gespenstische Stimmung mit einigen Gänsehautmomenten. Während des Lesens spürt man regelrecht den Wind, der um das Herrenhaus fegt. Der Schreibstil der Autorin ist so unglaublich bildlich dargestellt und hat bei mir das Kopfkino aktiviert. Im Vordergrund der Geschichte stehen Familiengeheimnisse, Trauer und die Frage was wirklich hinter den unheimlichen Todesfällen unter den Schwestern steckt. Gibt es wirklich einen uralten Familienfluch?

Die ganze Geschichte besticht durch seine düstere, gruselige und melancholische Atmosphäre. Die Trauer ist allgegenwärtig und das Herrenhaus verbirgt viele Geheimnisse und dunkle Schatten. Realität und Fiktion werden von der Autorin ganz gekonnt vermischt und führen zur Verwirrung. Einige Krimi Elemente laden zum Miträtseln ein und auch die Liebe kommt durch eine anbahnende Liebesgeschichte nicht zu kurz.

Mich hat die Geschichte der zwölf Schwestern vollständig in ihren Bann gezogen und die Mischung aus Märchen, Krimi und Fantasy hat mir einfach sehr gut gefallen. Eine große Leseempfehlung und für mich ein echtes Highlight.