Gefunden im Verlorensein

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anja_steinvorth Avatar

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Inhalt: Ein kleiner Hund wird von seiner Mutter „Katze“ genannt – in der Hoffnung, er möge so unabhängig und selbstständig werden wie eine Katze. Doch statt Freiheit empfindet er vor allem Einsamkeit. Erst als er dem Mann namens Marder begegnet, beginnt sich etwas in ihm zu verändern.

Unser Leseeindruck: Wie vom Jupiter Verlag gewohnt, überzeugt auch diese Bilderbuchausgabe durch ihre hochwertige Gestaltung. Das Cover ist wunderschön und emotional ansprechend. Besonders gefallen haben uns die Illustrationen, die in stimmungsvollen Farbwelten gehalten sind. Vor allem Katzes Blick berührt und weckt unmittelbar Emotionen.

Die Geschichte wird von dem finnischen Autor Tomi Kontio in leisen, einfühlsamen Worten erzählt. Poetisch, stellenweise melancholisch und zugleich von Hoffnung getragen.

Das Buch erzählt vom Alleinsein und vom Leben am Rand der Gesellschaft. Was für den einen nach Unabhängigkeit klingt, fühlt sich für den anderen nach Einsamkeit und Verlorenheit an. Der Wunsch nach Nähe und Zugehörigkeit wird dabei spürbar groß. Als Katze schließlich auf den Mann Marder trifft, der selbst ein Außenseiter und obdachlos ist, findet er genau das, wonach er gesucht hat: Identität, Zweisamkeit, Freundschaft, ein Gefühl von Heimat und neue Hoffnung.

Fazit: Ein tiefgründiges Bilderbuch, das berührt, nachdenklich macht und wunderbare Gesprächsanlässe mit Kindern bietet.